Je nachdem, wer die Umfrage durchgeführt hat, ist der Dritte beziehungsweise jeder Fünfte schon einmal Opfer von Identitätsklau im Netz geworden. Trotz unterschiedlicher Zahlen: Die Dimension wird klar. Es geht uns alle an. Und wir können uns schützen. Konstantin Köhler sagt uns, wie.

Henrike hatte riesigen Ärger mit der Staatsanwaltschaft. Irgendwann landete ein Einschreiben im Briefkasten, in dem ihr vorgeworfen wurde, Rolexuhren über Ebay verkauft und nie geliefert zu haben und mit dem Geld verschwunden zu sein. 

Identitätsklau: Anzeige von der Staatsanwaltschaft

Henrike hatte eine Anzeige wegen Betrugs. Was war passiert? Henrikes E-Mail- und Amazonkonto war gehackt worden. Irgendwer hatte in ihrem Namen krumme Dinger im Netz gedreht, Dinge verkauft - und Henrike sollte jetzt dafür geradestehen. Am Ende ging alles gut aus, aber bis dahin hatte Henrike viel Rennerei und Schriftverkehr. 

Das könnt ihr euch sparen. Wenn ihr eure Konten im Netz ausreichend schützt. Das wir alle Opfer von Identitätsdiebstahl im Netz werden können, zeigen Zahlen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom sind jedem Fünften schon einmal persönliche Zugangsdaten zu Sozialen Netzwerken oder Online-Shops gestohlen worden. Laut einer anderen Umfrage der Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers sagt jeder Dritte, dass ihm schon einmal persönliche Daten im Netz gestohlen worden sind. 

Private Konten sollten gesichert werden

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Konstantin Köhler sagt, irgendwo in dieser Größenordnung werde das Problem des Identitätsklaus im Netz liegen. Er sagt, es ist nicht schwer, unsere privaten Konten zu sichern. Beachten müssen wir folgende Punkte: 

  • Nie dasselbe Passwort auf mehreren Konten verwenden
  • Passwort-Manager nutzen
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten

Vermutlich habt ihr es schon tausendmal gehört oder gelesen: Aber es ist so wichtig. Deshalb auch noch mal der Appell von Konstantin Köhler: Benutzt niemals dasselbe Passwort für mehrere Konten. 

"Dasselbe Passwort für alles verwenden, ist wie in der Großstadt das Fahrrad nicht abschließen und sich wundern, wenn es dann weg ist."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Da die meisten von uns um die 20 bis 30 Konten im Internet haben, ist es natürlich extrem nervig, sich für alle ein eigenes Passwort auszudenken. Aber zumindest bei den wichtigen Accounts wie E-Mail, Facebook, Amazon, Paypal, oder Dropbox, wo es um Geld und wichtige Daten geht, sollten wir das machen.

"Vor allem das E-Mail-Passwort noch woanders zu benutzen, ist nicht nur riskant, sondern meiner Meinung nach auch grob fahrlässig."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Weil sichere Passwörter aber am besten schwer und lang sind mit mindestens zwölf Zeichen, darunter auch Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben, sowie Sonderzeichen, hilft es, sich einen Passwortmanager zuzulegen. Da können wir alle Passwörter für die diversen Konten abspeichern und alles geht automatisch. Man muss es nur einmal einrichten und sich dieses eine Passwort für den Passwortmanager merken. 

Gute Passwortmanager kosten Geld

Konstantin Köhler nutzt selbst auch einen Passwortmanager. Und zwar in der Variante, in der alles im Browser gespeichert ist. Besonders benutzerfreundlich findet er, dass sich alles automatisch mit dem Smartphone synchronisiert. Einziger Nachteil: Gute Passwortmanager, bei denen die Passwörter auf mehreren Geräten synchronisiert werden, kosten Geld. Im Schnitt drei Euro pro Monat. 

In der kostenlosen Variante läuft das dann so ab: Wenn wir eine Webseite mit neuem Passwort hinzufügen oder ein Passwort ändern, müssen wir das auf allen Geräten mit der Hand erledigen. Ist also mehr Arbeit und Verwaltungskram. Profitipp von Konstantin: Vielleicht klein anfangen und erst einmal nur die fünf wichtigsten Konten in einem Passwortmanager verwalten.

Zwei-Faktor-Athentifizierung: Wie Online-Banking

Zu guter letzt das Tool, das bis vor kurzem meist nur Nerds genutzt haben: Die Zwei-Faktor-Athentifizierung. Damit macht ihr eure Konten sehr sicher! Das Prinzip funktioniert, wie wir das von Online-Bankgeschäften kennen. Wenn wir etwas überweisen wollen, bekommen wir per SMS zum Beispiel noch einen zusätzlichen Code oder eine Tan zugeschickt, die wir in einem zweiten Schritt eingeben müssen. Und so funktioniert auch die Zwei-Faktor-Absicherung. 

Viele Dienste wie E-Mail-Anbieter, Facebook, Google, Amazon, Ebay und Dropbox bieten das an. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder, wir bekommen eine SMS aufs Handy, oder wir laden uns eine Authentifizierungs-App herunter, wo ein Sicherheitscode erzeugt und angezeigt wird.  

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