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Der Anbau kleiner Cannabismengen könnte in Italien legal werden. Das wäre eine der weltweit wenigen Regelungen von legaler privater Hanfanpflanzung.

In Italien könnte der Anbau von ein bisschen Cannabis für den eigenen Konsum erlaubt werden. Dafür müssten allerdings noch beide Kammern des italienischen Parlaments dem Plan zustimmen. Dann könnte der Besitz von bis zu vier privaten Hanfpflanzen legalisiert werden. Cannabis ist dort ziemlich populär. Laut Schätzungen der EU-Drogenaufsichtsbehörde liegt Italien auf Platz zwei nach Frankreich, wenn es um Cannabiskonsum bei den 15-bis 34-Jährige geht.

Die Befürworter des Gesetzes in Italien hoffen, die Teillegalisierung könne ein Schlag gegen die Mafia sein. Konsumierende müssten nicht mehr mit Dealenden in Kontakt treten. Gegner der Liberalisierung in Italien fürchten, dass der Konsum weiter zunimmt.

Legalisierung von medizinischem Cannabis

Straffreiheit bei privatem Grasanbau gibt es nur in relativ wenigen Ländern, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Carolin Bredendiek. "In Uruguay ist das schon seit mehreren Jahren erlaubt, auch auf eine kleinere Menge Pflanzen begrenzt, und zum Beispiel im US-Bundesstaat Colorado", berichtet sie.

Die letzte größere Veränderung in Deutschland war die Legalisierung von Cannabis für den medizinischen Gebrauch. Daheim ein paar Pflänzchen züchten, das sei aber bislang verboten.

"Wenn dir deine Ärztin Cannabis verschreibt, kannst du es legal kaufen, seit ein paar Wochen sogar Made in Germany."
Carolin Bredendiek, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

In Deutschland bleibt der Konsum von Cannabis weiterhin straffrei, der Besitz aber ist strafbar. Die Legalisierung der Droge ist Thema im Bundestagswahlkamp 2021. Wer mit einer geringen Menge erwischt wird, kann zwar straffrei davonkommen. Häufig kommt es aber doch zur Anklage und einer strafrechtlichen Verfolgung.

Überlegungen der Drogenbeauftragten

Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) kann sich vorstellen, den Besitz von maximal sechs Gramm Cannabis nicht mehr als Straftat zu behandeln. Das wäre dann eine Ordnungswidrigkeit, vielleicht verbunden mit einer Geldstrafe. Einen Eintrag ins Führungszeugnis riskierten Cannabisbesitzende bei bis zu sechs Gramm dann allerdings nicht mehr.

Bündnis 90 / Die Grünen, FDP und Die Linke haben Legalisierungsansätze in ihren Parteiprogrammen. Die AfD und auch die CDU/CSU sprechen sich dagegen aus. Die SPD schlägt vor, die kontrollierte Abgabe zunächst in Modellprojekten zu testen. Sie vertritt auch die Position, den Besitz von kleinen Mengen nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen.

"Deshalb wird es in Sachen Cannabis nach der Wahl spannend zu sehen, wer in die Regierungskoalition kommt."
Carolin Bredendiek, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin