Ob ein guter Vorsatz für das neue Jahr sich in die Tat umsetzen lässt, hängt auch damit zusammen, wie wir ihn formulieren. Fragen, die man klar mit "ja" oder "nein" beantwortet, eignen sich für Neujahrsvorsätze am besten.

Mit dem Rauchen aufhören, ein bisschen abnehmen, mehr Sport machen oder mehr lesen - zum Jahresanfang nehmen wir uns gerne vor, etwas zu ändern, womit wir unzufrieden sind. Kaum sind ein paar Tage oder Wochen des neuen Jahres verstrichen, stellen wir fest, dass eigentlich alles beim alten geblieben ist.

"Du solltest das Ganze als Frage formulieren: 'Werde ich mehr joggen - ja oder nein?' Gerade diese klaren Ja-oder-nein-Fragen sind besonders gut für Vorsätze geeignet."
Klaus Jansen, DRadio-Wissen-Nachrichtenredakteur

Wissenschaftler von vier verschiedenen US-amerikanischen Universitäten haben 100 Studien zu Neujahrsvorsätzen neu ausgewertet. Dabei stellten sie fest, dass diejenigen, die sich eine Frage stellten, erfolgreich waren, als diejenigen, die sich einfach nur vornahmen, eine Gewohnheit zu ändern.

Der Grund wird in der Annahme vermutet, dass sich diejenigen, die ein Vorhaben als Frage formulieren, mit diesem Vorhaben gedanklich mehr beschäftigen. Die Frage "Werde ich mehr Sport machen?" führt zu Abwägungen wie: Geht das überhaupt? Welche Konsequenzen hat das? Mit wem könnte ich das vielleicht zusammen machen? Ein einfacher Vorsatz "Ich mache mehr Sport" ist schnell gesagt und schnell vergessen.

Der Frage-Trick kann aber auch nach hinten losgehen: Bei einer Studie im Jahr 2006 sind Studenten gefragt worden, wie wahrscheinlich es sei, dass sie in den nächsten Wochen illegale Drogen konsumieren. Danach konnte festgestellt werden, dass die Befragten tatsächlich mehr illegale Mittel zu sich genommen hatten als eine Kontrollgruppe. Die Frage hat in diesem Fall wie ein Vorsatz gewirkt, der die Studenten unterbewusst beschäftigt hat. Auch in der Werbung wird diese Technik genutzt, um unser Kaufverhalten zu beeinflussen.