Japan fängt wieder Wale - ganz egal was Tierschützer oder der Internationale Gerichtshof davon halten. Am Dienstag (01.12.2015) soll sich die japanische Flotte auf den Weg in die Antarktis machen. Ihre Beute sind Zwergwale, Meeressäuger, die bis zu zehn Meter lang werden und 50 Jahre alt werden können - wenn sie vorher keiner Harpune begegnen.

Warum sich Japan bei der Waljagd so unbelehrbar zeigt? Es interpretiert das Urteil des Internationalen Gerichtshofes einfach anders, erklärt unser Korrespondent Jürgen Hanefeld. Das habe nämlich eine große Lücke: Für wissenschaftliche Zwecke dürfen weiterhin Wale gefangen werden. Und auch, wenn dabei von Töten keine Rede ist, macht Japan mit den Meeressäugern kurzen Prozess, weil sich nur so genügend Daten erheben ließen. Also sollen in dieser Saison 333 Zwergwale dran glauben, damit japanische Wissenschaftler feststellen können, ob die Tiere genügend Junge bekommen oder vom Aussterben bedroht sind.

"Die alten Japaner bestehen darauf: Wir haben das immer so gemacht - wir wollen das weiter machen. "
Jürgen Hanefeld, Korrespondent in Japan

Das klingt absurd und auch unser Korrespondent sagt: Das Argument mit der Walforschung sei großer Humbug. Geforscht werde an den Walkadavern gar nicht. Die Tiere endeten nicht im Labor, sondern auf dem Teller. Eine alte Tradition, die sich Japan nicht nehmen lassen will. Dazu muss man wissen: Die japanische Regierung ist den Fischern in ländlichen Regionen sehr verbunden und will an der alten Tradition festhalten. Selbst wenn gerade jüngere Japaner kein Walfleisch mehr essen.

Whalewatching statt Walfang

Gerade in bestimmten Häfen im Süden gibt es noch eine große Walfanglobby. Im Norden sind viele Japaner dagegen weiter. Sie haben ihre Harpunen gegen Kameras getauscht - und setzen auf Whalewatching statt auf Walfang.