Im Jemen herrschte jahrelang Krieg, zumindest der Süden ist befriedet. Es bleibt ein bitterarmes Land, das auf Hilfe angewiesen ist.

Die Situation im Jemen wird als eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit bezeichnet. 2014 begann der Bürgerkrieg, als die Huthi-Rebellen die Regierung vertrieben und bis in die Hafenstadt Aden im Süden vorrückten. Seit knapp drei Jahren kämpft nun eine Koalition unter der Führung Saudi Arabiens gegen die Huthis. Der Süden konnte wieder befreit werden, im ganzen Land herrscht seit dem Krieg aber große Armut.

"Der Krieg in diesem Land gleich einem Überfall auf ein Armenhaus."
Oliver Ramme, Deutschlandfunk Nova

Die meisten Informationen aus dem Land stammen von Hilfsorganisationen, nur wenige Journalisten bereisen das Land. Einer von ihnen war der freie Journalist Oliver Ramme, der auch für Deutschlandfunk Nova berichtet und viele Interviews und Fotos mitgebracht hat. Er war im Südjemen unterwegs, wo er keine gefährliche Situation erlebt hat: "Die Lage ist nicht mehr so angespannt, außerdem war ich immer in Begleitung von Einheimischen unterwegs, die sich gut auskennen", berichtet Oliver.

Ein zerstörtes Auto in den Straßen von Aden
© Oliver Ramme
Kinder in einem Camp im Jemen
© Oliver Ramme
Bewaffnete Menschen im Jemen
© Oliver Ramme

Den Süden, vor allem die Stadt Aden, die direkt am Meer liegt, ist vom Krieg gezeichnet, schildert er weiter. Manche Häuser sind komplett zerstört, Wasserrohre und Stromkabel hängen ohne Funktion an Wänden herab. In den Straßen zerstörte Autos, die Kanalisation verströmt Gestank.

Auf dem Land ist das Leben noch einfacher: In den wüstenhaften Landschaften stehen einfache Häuser aus Betonblöcken ohne Dach. Hier sind viele Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Wirtschaft im Jemen von Korruption geprägt

Die Wirtschaft Jemens war noch nie sehr stark. Jahrzehnte lang litt das Land unter Korruption und Misswirtschaft, außerdem hat der Jemen kaum Öl.

Wegen der Inflation ist das wenige Geld noch weniger wert. Dem Einzelhandel bleiben die Kunden weg. Autofahrer müssen stundenlang auf eine Tankfüllung Benzin warten. Und wenn die Tankstelle irgendwann schließt, weil der Kraftstoff aus ist, muss das Militär schlichten. Überhaupt gehört das zum Stadtbild: Menschen mit schwerer Bewaffnung.

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