Vom Skype-Error bis zur Zoom-Fatigue: Die Pandemie hat nicht nur viele von uns ins Homeoffice gedrängt - auch zahlreiche Einstellungsgespräche finden nun in Videocalls statt. In der Ab 21 sprechen wir mit Betroffenen und Experten über unsere veränderte Bewerbungskultur.

Christine hat während der Pandemie schon viele Online-Bewerbungsgespräche hinter sich. Im Gespräch erzählt sie uns, wie sie die Zoom- und Skypekonferenzen im Angesicht der Personaler und Unternehmensleitungen er- und überlebt hat. "Einmal lief es nicht so gut. Da ist die Verbindung weggewesen, dann hat man es noch mal und noch mal probiert, irgendwann hieß es dann, wir steigen jetzt um auf Telefon."

Vieles ist neu, nicht alles ist schlecht

Wie die perfekte Bewerbung im Videocall letztlich gelingen kann, verrät Silke. Sie ist Karriereberaterin und gibt Menschen regelmäßig Ratschläge, wenn das Vorstellungsgespräch via Zoom, Skype und Co. vor der Tür steht. Erster Tipp: Beim Antworten immer direkt in die Kamera schauen!

Enzo Weber arbeitet beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Er hat eine Studie mitveröffentlicht, in der die Auswirkung von Corona auf das Bewerbungsverhalten untersucht wurde. Der Job-Experte weiß, welche Branchen es besonders hart getroffen hat und wie sich die Bewerbungskultur seit der Pandemie verändert hat. Er glaubt zum Beispiel, dass Menschen, die bereits ein Job haben, eher weniger bangen müssen.

"Ein Problem hat eher jemand, der keinen Job hat, weil er arbeitslos ist oder gerade aus dem Bildungssystem neu einsteigt."
Enzo Weber, Wirtschaftswissenschaftler vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Wissenswertes zu Jobsuche im Digitalen

  • Übrigens: Auch journalistische Volontariate für Zeitungen, Rundfunk oder TV wurden während Corona ins Digitale verfrachtet oder teils ganz abgesagt. So fanden 2020 viele Auswahlverfahren der Volos nur noch per Videoschalte statt.
  • Seit Corona bleiben Bewerbungen bei vielen Unternehmen einfach liegen. So hat die Pandemie auch für angehende Auszubildende ziemlich viel durcheinander geworfen.
  • Doch es gibt Entwarnung! Denn für zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die in diesem Sommer ihren Abschluss gemacht haben, verläuft der Karrierestart holprig. Keynote-Speakerin Katrin Busch-Holfelder riet im Dlf trotzdem zu mehr Gelassenheit: "Wenn Sie mal überlegen, wir haben weltweit Corona, ganz ehrlich, wir werden alle unsere Corona-Lücke haben, und wir werden alle irgendwie eine Situation haben im Lebenslauf, wo wir vielleicht reinschreiben müssen: Umorientierung oder Neuausrichtung oder Studienplatz überbrückt mit XY."
  • Warum Zoom und Co. auch zur Herausforderung für Bewerber und Unternehmen werden? Zum Beispiel wegen der sogenannten "Zoom Fatigue": Im Videocall beobachten wir uns selbst, wir beobachten die anderen und wir wissen, dass die anderen eben uns beobachten. Auf Dauer kann das wohl nur müde und schlapp machen.
  • Laut einer Studie der Missouri University of Science and Technology können Bewerbungsgespräche online zum Nachteil für die Bewerber werden. Denn Arbeitgeber bewerten Jobanwärter offenbar schlechter, wenn sie anstelle eines persönlichen Treffens virtuell mit ihnen reden. Bewerber in Videocalls wirkten teilweise unvorbereitet und unenthusiastisch, während persönliche Gespräche die Bewerber erfahren und intelligent aussehen ließen.

Neu!

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Podcast zur Sendung
  • Ab 21
  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartnerin:  Christine, hat schon mehrere Bewerbungsgespräche via Zoom, Skype und Co. hinter sich
  • Gesprächspartnerin:  Silke Koppitz, Karriereberaterin
  • Gesprächspartner:  Enzo Weber, Wirtschaftswissenschaftler vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung