Im UN-Flüchtlingslager Zaatari leben rund 120.000 Menschen, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen sind. Der Deutsche Kilian Kleinschmidt koordiniert das Lager.

Kilian Kleinschmidt koordiniert eine Stadt in der Wüste, ein Flüchtlingslager. Wenn man so will ist er der Bürgermeister, bei dem jeden Tag viele Entscheidungen auf dem Tisch landen. Entscheidungen darüber, wie die Wohncontainer verteilt werden, über die Organisation der Gemeinschaftsküchen, über Impfkampagnen und über die Koordinierung der vielen Hilfsorganisationen.

Nur zwölf Kilometer hinter der Grenze

90 Prozent der Bewohner des Flüchtlingslagers Zaatari kommen aus der nur zwölf Kilometer entfernten Region Daraa. Das ist die Region, in der der Widerstand gegen den syrischen Präsidenten Assad - und damit auch der Konflikt in Syrien - vor einigen Jahren begonnen hatten.

Menschen in einem Lebensmittelladen im Flüchtlingscamp
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Flüchtlinge in einem Laden im Camp, wo sie sich mit dem Nötigsten versorgen können.

Am Anfang gab es große Probleme, weil die Flüchtlinge noch dachten, dass sie nach kurzer Zeit wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Mittlerweile aber haben sich hier viele darauf eingestellt, dass sie länger bleiben werden. Dazu gehört auch, dass sie zum Beispiel angefangen haben, die Gemeinschaftsduschen und Toiletten oder auch die Küchen abzubauen - um sie dann privat wieder aufzubauen.