In Hongkong wird protestiert - und es sind vor allem junge Menschen, die gegen die chinesische Regierung auf die Straße gehen. Auch sonst ist in der ehemaligen britischen Kolonie einiges anders als auf dem chinesischen Festland.

Seit über einer Woche protestieren die Menschen in Hongkong für mehr Demokratie und Freiheit. Die meisten von ihnen sind Studenten und Schüler. Sie waren auch die Ersten, die auf die Straße gingen. Eine Generation, die sich an die Ereignisse vom 1989 nicht erinnern kann.

An der Spitze der Hongkonger Protestbewegung steht ein Teenager: Joshua Wong, 17 Jahre alt. Groß geworden ist er mit dem Protest gegen ein neues Schulfach - Nationale Erziehung. Als Chinakunde wollte das die chinesische Regierung verkaufen. Joshua Wong und seine Mitstreiter hielten es eher für eine Form der Gehirnwäsche. Und sie haben es geschafft, dass dieses Fach zurückgezogen wurde, erzählt unser Korrespondent Markus Rimmele. Seitdem ist Joshua Wong ein Star in Hongkong.

"Joshua Wong ist der Star der ganz jungen Protestbewegung."
Markus Rimmele, Korrespondent in Hongkong
Joshua Wong
© dpa

Ganz wichtig für die junge Generation: Sie definieren sich als Hongkonger und nicht als Chinesen. Eine Art städtischer Patriotismus. Was die Jugend an Hongkong schätzt? Auch wenn die Stadt mittlerweile zu China gehört, ist sie durch ihr britisches Erbe sehr stark westlich geprägt und hält Presse- und Meinungsfreiheit hoch. Die Folge: Hongkong unterscheidet sich auch im Jahre 2014 noch sehr stark vom chinesischen Festland.