Daten gelten als das neue Öl. Die Geschichte der durch das "Time"-Magazin als "Person des Jahres 2018" ausgezeichneten Journalistin Maria Ressa zeigt, warum das zu kurz greift. Im Interview erklärt sie den neuen Druck auf Gesellschaft und Pressefreiheit.

Maria Ressa hat kritisch über den Drogenkrieg des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte berichtet und ist dafür mehrfach verhaftet worden. Die ehemalige CNN-Korrespondentin ist für ihren Kampf um die Pressefreiheit zusammen mit anderen Kolleginnen und Kollegen als Person des Jahres 2018 vom Time Magazin ausgezeichnet worden.

Duterte - unsere dystopische Zukunft

Bei ihrem Deutschlandbesuch Mitte Januar 2020 hat Maria Ressa gesagt: "Unser dystopischer Präsident ist eure dystopische Zukunft - wenn ihr nichts tut." Mit deutlichen Worten kritisiert sie auch die Rolle von Facebook. Es gehe am Ende nicht um Meinungsfreiheit, sondern um Verbreitungsfreiheit, so Maira Ressa.

"Alle schreien sich gegenseitig an. Und wenn sich Lügen schneller verbreiten als Fakten, glauben die Leute entweder die Lügen oder sie vergraben ihren Kopf im Sand wie ein Straußenvogel. All das schwächt die Demokratie."
Maria Ressa, CNN-Korrespondentin

Im Interview spricht Maria Ressa darüber, warum sie Technologie als die größte Gefahr für die Demokratie hält und sie dennoch optimistisch ist, was die digitale Welt und die Stabilität der Gesellschaft angeht. Wir haben sie auf der Digital Life Design Conference (DLD) getroffen, die von Hubert Burda Media in München vom 18. bis 20. Januar 2020 veranstaltet wurde.

Selbstkritk vom Snapchat-Gründer

Snapchat-Gründer Evan Spiegel hat ebenfalls die DLD besucht - einer seiner seltenen Auftritte in Deutschland. Er diskutierte die Frage mit, ob Technik gut oder schlecht für die Gesellschaft sei. Evan Spiegel sagt: "Wenn wir all die Probleme beobachten, kann man eins feststellen: Die Gesellschaft ist noch nicht bereit, dass jeder live auf Sendung gehen kann. Deswegen bieten wir im Gegensatz zur Konkurrenz diese Funktion auch gar nicht erst an."

Außerdem hört ihr die Kritik des ehemaligen Zuckerberg-Mentoren Roger McNamee an Facebook und wie Facebook-Chefkommunikator Nick Clegg darauf reagiert.

"Eine Stunde Was mit Medien" im Netz

Die Sendung gibt es auch als Podcast. Abonniert "Was mit Medien" via iTunes oder RSS-Feed. Auch nach der Sendung könnt ihr mit uns direkt und mit unseren Moderatoren Daniel Fiene und Herrn Pähler über Twitter kommunizieren. Ein Protokoll der Sendung gibt es auch per Newsletter.

Anmerkung: In einer frühen Version des Textes haben wir die New York Times als Ausrichter der "Person des Jahres 2018" genannt. Korrekt ist das Time Magazine.