Jugendliche und junge Erwachsene halten sich überwiegend an die Regeln zum Infektionsschutz, sagen sie jedenfalls. Für einen richtig harten Generationenkonflikt taugen die Zahlen einer aktuellen Befragung wohl nicht – jedenfalls nicht bei diesem Thema.

Die Jungen wollen immer nur feiern, sagen die Alten. Die Alten pflegen nur ihre Vorurteile, antworten die Jungen. Laut einer aktuellen Befragung zeigt sich die Gruppe der 16- bis 26-Jährigen in Deutschland während der Covid-19-Pandemie allerdings ziemlich verantwortungsvoll.

Gut die Hälfte der 16- bis 26-Jährigen hält die Maßnahmen gegen die Pandemie in Deutschland für angemessen. 52 Prozent der Teilnehmer der Jugendbefragung äußerten sich entsprechend. In der ersten Septemberhälfte 2020 hat die Tui-Stiftung 1011 Personen dieser Altersgruppe online befragen lassen. Durchgeführt hat die Befragung die Yougov GmbH. Für 18 Prozent der Befragten könnten die Regeln strenger sein, nur 7 Prozent finden die Corona-Maßnahmen übertrieben.

"Es gibt sicherlich Jugendliche, die sich nicht daran halten. Aber sie sind nicht die Mehrheit."
Marcus Spittler, Politikwissenschaftler, hat die Untersuchung mitbetreut

33 Prozent der Befragten haben angegeben, sich an alle Maßnahmen und Empfehlungen zur Covid-19-Eindämmung zu halten. 50 Prozent halten sich immerhin überwiegend an die Regeln. Nur 2 Prozent der Befragten beachten die Empfehlungen demnach überhaupt nicht.

Regeln zum eigenen Schutz

Als Hauptgrund für die Einhaltung der Regeln haben sie an erster Stelle den Schutz der eigenen Gesundheit, an zweiter Stelle den Schutz der Gesundheit anderer angeführt. Die dritthäufigste Begründung für die Einhaltung war die Angst vor Strafen.

"Das Bild, dass es Jugendlichen eher egal ist, ob sie sich anstecken, das stimmt dieser Umfrage zufolge auch nicht. Die nehmen das schon ernst."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Im Verlauf der Pandemie hat sich allerdings bei den Befragen der Eindruck verfestigt, dass Politikerinnen und Politiker vor allem die Interessen älterer Generationen vertreten: Bei einer ersten Jugendbefragung im Januar stimmten dieser Aussage 44 Prozent zu, im September waren es 4 Prozentpunkte mehr.

Warnung vor einem Generationenkonflikt

Nur 8 Prozent der Befragten gaben an, vor allem die Interessen der jüngeren Generationen vertreten zu sehen. Unsere Reporterin versteht die Untersuchung daher auch als Warnung, die Generationen gegeneinander auszuspielen.

"Die Forschenden warnen da auch vor einem Generationenkonflikt, den man beim Thema Klimawandel sieht."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin