Deniz war neidisch. Neidisch auf die anderen, die coolere Sachen als er hatten. Weil er kein Geld hatte, klaute er. Jetzt ist er im Gefängnis und versucht zu lernen, mit dem zufrieden zu sein, was er hat.

Der eine hat coole Schuhe und das neuste Smartphone, ich nicht. Ich habe aber auch kein Geld, mir so was zu verkaufen. Also verprügel ich einen Jungen und klau ihm sein Geld. Oder raub eine Spielbank aus. Mit dem Geld kann ich mir dann alles kaufen, was die anderen auch haben.

So einfach ist es.

Und ziemlich genau so war es bei Deniz, 20, der seit über zwei Jahren in der Justizvollzugsanstalt Heinsberg einsitzt. Er erzählt immer wieder vom Neid, der ihn zum Klauen bewegt hat. Immer wieder der Gedanke: Der hat was, was ich nicht habe.

Neid als positiver Verstärker

Im Gefängnis lernt er, damit umzugehen. Er lernt, dass ein Handy ausreicht und man nicht immer das neuste braucht. Und dass man Neid auch positiv betrachten kann, als Antreiber, um auf ein Ziel hin zu arbeiten.

Deniz glaubt, dass er nicht wieder straffällig wird, wenn er aus dem Knast kommt. Er will auf keinen Fall hier hin zurück.