Weihnachten hinter Gittern ist hart, deshalb sollen Jugendliche in einer freien Form des Strafvollzugs Weihnachten feiern und so ein geregeltes Leben kennenlernen.

Im Seehaus in Leipzig wohnen jugendliche Straftäter zwischen 14 und 23 Jahren. Sie haben die Chance, wenn sie bereit sind, an sich zu arbeiten, in einer freien Form des Strafvollzugs Normalität und Alltag kennenzulernen - ein geregeltes Leben. Dazu gehört auch Weihnachten mit allem drum und dran.

"Es gibt ganz wenige Orte, wo man so nah dran ist an Menschen, die sich gerade verändern oder in einem Veränderungsprozess sind. Und es macht ganz viel Spaß, den zu begleiten."
Franz Steinert, Familienvater und Betreuer

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen leben in einer WG unter einem Dach mit einer Familie - Vater, Mutter, zwei Kinder. Familie Steinerts hat sich vor ein paar Jahren dazu entschlossen, ihr Leben den jungen Straftätern zu widmen und ihnen so die Chance zu einem Neuanfang zu geben. Zusammen organisieren sie den Hausputz, Einkauf, Kochen, Wäsche waschen, aber auch Ausflüge, Ausbildung und gemeinsame Abende.

"Na, ich sag mal, hier ist ja auch wie eine Art Familie. Für mich ist halt wichtig, dass ich Weihnachten mit vielen Leuten feiere. Weil sonst fühlt man sich halt eingeengt und das ist nicht gut."
Daniel, 21-jähriger Straftäter

Hausmutter Steffi Steinert weiß aus jahrelanger Erfahrung, wie wichtig die weihnachtlichen Rituale wie Plätzchen backen, Adventskalender, Weihnachtsbaum aufstellen für die Jugendlichen sind. Diese Rituale geben ihren Kindern Sicherheit - und genauso den Jugendlichen.