Beim Jahrestreffen der Jungen Islamkonferenz (JIK) haben sich am Wochenende (20.-22.04.2018) Muslime und Nicht-Muslime ausgetauscht und nach vorn geblickt – in nicht gerade unkomplizierten Zeiten.

Die Konferenz sei sehr positiv und konstruktiv verlaufen, sagt Mulla Cetin, Jura-Student an der Uni Potsdam und Mitglied des JIK Bundesgremiums. Es ging um die Herausforderungen junger Muslime im gesellschaftlichen Wandel. 

Seehofers Störfeuer

Die Stimmung unter jungen Muslimen sei gut - daran könne auch Seehofers Aussage "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" nichts ändern.

"Solche Aussagen wie die unseres Innenministers interessieren uns nicht. Da wir der festen Meinung sind, dass der Islam zu Deutschland gehört."
Mulla Cetin, Jura-Student und Mitglied des JIK Bundesgremiums
Mulla Cetin (Mitte) bei der Jungen Islam Konferenz 2018
© Junge Islam Konferenz | Astrid Piethan
Mulla Cetin (Mitte)

Auf der Konferenz seien wichtige Themen zu besprechen gewesen – daher hätten sich die Teilnehmer nicht noch mit Herrn Seehofer auseinandersetzen können.

Unter dem Motto "Alles bleibt anders" gab es verschiedene Workshops, von "Pop-Dschihadisten vs. Hipster der neuen Rechten" über "Generation Fakenews" bis zu "Islamfeindlichkeit unter Jugendlichen". Die Konferenz sei auch für Nicht-Muslime offen gewesen. Es ging zwar um islambezogene Themen, die Veranstaltung sei aber kein theologisches, sondern ein Dialogforum.

Schwierige Zeiten

Die gesellschaftliche Debatte über das Bild, das Deutsche von Muslimen haben, ist gerade in vollem Gang - und sie verläuft keinesfalls ausschließlich positiv in Bezug auf den Islam. Gerade jetzt, nachdem ein verstörendes Video durchs Netz geht, in dem ein junger Israeli in Berlin von einem arabischen Mann angegriffen und beschimpft wird.

"Wir müssen die Probleme benennen. Aber wir dürfen auch nicht pauschalisieren über Muslime, die eine sehr vielfältige Gemeinschaft sind."
Mulla Cetin, Jura-Student und Mitglied des JIK Bundesgremiums
Teilnehmer der Jungen Islamkonferenz (JIK) 2018
© Junge Islam Konferenz | Astrid Piethan
Die Teilnehmer der JIK 2018

Wenn man über Muslime spreche, seien das meistens Themen, die negativ konnotiert seien, so Cetin. Auch daran liege es, dass ein falsches Bild von "den" Muslimen entstehe.

Selbstreflexion und Dialog

Die Gespräche müssten in einer sachlichen, respektvollen Atmosphäre stattfinden. Und genau dafür wolle die Junge Islamkonferenz jungen Menschen eine Plattform bieten.

"Wir müssen miteinander reden, weil wir miteinander leben – weil wir miteinander leben wollen und müssen."
Mulla Cetin, Jura-Student und Mitglied des JIK Bundesgremiums

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