Sie sind wieder da, die Dinos. Am 11. Juni kommen sie in die deutschen Kinos in dem Film "Jurassic World". Könnten wir sie tatsächlich klonen?

Theoretisch könnten wir Dinos klonen, wenn wir in einer Fliege von vor 69 Millionen Jahren einen Dino-Blutstropfen finden, sagt Michael Lange. So hat sich das zumindest der Schriftsteller Michael Crichton in seinem Roman "Jurassic Park" ausgedacht.

Keine Dino-DNA

Und warum haben wir bis heute nur in Spielfilmen Dinos geklont? Weil wir noch keine Dino-DNA in versteinerten Mücken oder Bernstein gefunden haben, erklärt Michael Lange. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist nicht bekannt, wie die Dino-DNA aussieht, daher können wir die Riesenechsen auch nicht klonen.

Theoretisch könnten Wissenschaftler im Erbgut der Nachfahren die Ur-Dino-DNA finden - das sind die Vögel. Die Wissenschaftler hoffen mit Softwareprogrammen die Dino-DNA-Spuren der Vögel bis zu ihren Ursprüngen zurückverfolgen zu können. Aber Michael Lange macht klar: Zum jetzigen Zeitpunkt ist das alles andere als realistisch.

"Die Wissenschaftler sagen, die Zeit ist noch nicht reif. Wir sollten lieber die Arten schützen, die wir noch haben."
Michael Lange, DRadio-Wissen-Reporter

Wahrscheinlicher ist es, dass es Wissenschaftlern gelingt, Mammuts zu klonen. Die haben aus erdgeschichtlicher Sicht erst gestern - vor 10.000 bis 20.000 Jahren - gelebt und nicht vorvorgestern wie die Dinosaurier. Forscher aus Japan sind schon ganz dicht dran und auch in Südkorea arbeiten Wissenschaftler daran, Mammuts zu klonen. Erbmaterial ist vorhanden, das haben Forscher in tiefgefrorenen Mammuts in Sibirien gefunden und per Software rekonstruiert.

Eine Frage der Zeit

Voraussetzung zum Klonen: ein vollständiger funktionsfähiger Zellkern und der fehlt bislang. Bei Tests mit Mäusen haben Wissenschaftler tatsächlich aus einem tiefgefrorenen Zellkern eine Maus geklont. Die Forscher arbeiten daran das Mammut-Erbmaterial in heute lebende indische Elefanten einzupflanzen und sie evolutionär zurück zu entwickeln, erklärt Michael Lange.

"Was wir scherzhaft Revers Engineering nennen, ist eine Mammutifizierung eines indischen Elefanten."

Die Klontechnik könnte in der Zukunft uns auch längst ausgestorbene Tiere wieder beleben. Dafür werden heute schon von ausgestorbenen oder vom Aussterben bedrohten Tieren Blut- und Gewebeproben im Frozen Zoo in San Diego eingefroren. Die Wissenschaftler hoffen, dass sie die Tiere eines Tages klonen können.

"Es gibt schon einen Eiszeitpark in Sibirien, da leben Wisente," erzählt Michael Lange. Der Parkbesitzer will auch Mammuts in seinem Park halten und gibt den Forschern einige Millionen Euro dazu.

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