Kalter Fußboden, eisige Füße und Hände: In unseren Wohnungen wird es immer kälter. Wie wir es uns jetzt wärmen – ganz ohne die Heizung aufzudrehen.

Jetzt in der kälteren Jahreszeit geht das Heizen wieder los. Doch einige von uns wollen oder können die Heizung noch nicht aufdrehen – aus Klimaschutzgründen oder wegen der hohen Energiekosten.

Dazu kommt: Der eine fröstelt schon bei 20 Grad, während die andere bei dieser Temperatur schwitzt. Das kann, zumindest wenn man mit mindestens einer weiteren Person zusammenwohnt, dazu führen, dass man sich uneinig darüber ist, wann der richtige Zeitpunkt ist, die Heizung anzumachen. Mit den folgenden Tipps könnt ihr diesen Zeitpunkt zumindest noch ein bisschen nach hinten schieben.

Tipps, um in der Wohnung nicht zu frieren

  • Weniger ist mehr:
    Wenn wir zu Hause sind, dann sitzen wir viel. Das bedeutet auch, dass wir eine andere Kleidung benötigen, als wenn wir in Bewegung sind. "Die muss nicht so flexibel sein und mit etwas weniger Schweiß klarkommen, uns aber wärmen", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ilka Knigge.

    Von einem "übertriebenen Zwiebellook" rät sie aber ab. Denn zu viele Lagen können unseren Wärmehaushalt kaputtmachen und dann frieren wir. Am besten wärmt eine dünne Schicht Wollwäsche, über die wir eine isolierende Schicht – ähnlich wie beim Skifahren oder beim campen – anziehen.
"Das kennen viele vom Camping: Hat man unter dem Schlafsack zu viel an, ist einem kalt, weil sich nicht genug warme Luft zwischen den Lagen bilden kann."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ilka Knigge
  • Direkt auf der Haut Wolle tragen:
    Dass wir bei der ersten Schicht auf Wolle setzen sollten, hat mehrere Gründe. Sie stellt ein gutes Klima auf der Haut sicher, leitet Feuchtigkeit ab, wärmt und isoliert. "Sie ist auch was für diejenigen, die ständig schwitzige und kalte Füße haben", sagt Ilka Knigge.

    Ein weiterer Vorteil: Wolle reinigt sich selbst, das macht das Lanolin, das Fett, das in der Wolle ist. "Es reicht bei feuchtem Wetter – nicht bei Regen, bei Nebel am besten – die Decke oder den Pulli nach draußen zu hängen, dann relaxieren die Fasern und dann man muss einen Wollpullover zum Beispiel einmal im Jahr waschen, mehr ist nicht nötig", erklärt die Textilexpertin Ellen Bendt.

    Wichtig ist, dass wir das dünne und eng anliegende Wollshirt direkt auf der Haut tragen. Denn, wenn wir Baumwolle drunter ziehen, saugt die sich mit Schweiß voll und das macht die Wärmeschicht kaputt.
  • Auf Wollalternativen zurückgreifen:
    Wer nicht auf Wolle zurückgreifen kann oder will, kann stattdessen auch Shirts aus der Kunstfaser Acryl tragen. Die ist oft günstiger. Hinzu kommt, dass das Gewebe die woll-ähnlichsten Eigenschaften hat.

    Ellen Bendt hat noch einen weiteren Tipp: Sich nach Decken aus recycelter Wolle umschauen. Denn Wolle kann recycelt werden, indem sie zerrissen und wieder zu einer neuen Decke verarbeitet wird.