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Jedes Jahr landen Konsumartikel im Müll, obwohl sie leicht zu reparieren wären. Die US-amerikanische Verbraucherschutzbehörde FTC will mit gesetzlichen Regeln Konsumenten ein Recht auf Reparatur ermöglichen. Andere Länder sind schon weiter. Auf eine einheitliche Lösung des Problems müssen Verbraucher*innen noch warten, erklärt Martina Schulte aus dem Deutschlandfunk-Nova-Team.

Handys, elektrische Zahnbürsten, Drucker –viele elektrische Konsumartikel funktionieren bereits nach ein paar Jahren nicht mehr. Das ist umweltschädlich und nicht nachhaltig. Dennoch haben sich inzwischen viele von uns daran gewöhnt, alle paar Jahre neue Artikel zu kaufen. Dagegen fordert die US-amerikanische Verbraucherschutzbehörde FTC jetzt ein Recht auf Reparatur.

Handys in einer Werkstatt reparieren lassen

Martina Schulte erklärt, die Verbraucherschutzbehörde FTC wolle durchsetzen, dass man Waren künftig bei jedem Hersteller reparieren lassen kann. Aktuell sei das in den meisten Fällen nur bei dem jeweiligen Hersteller möglich, der ein Gerät auch produziert hat. "Die Hersteller in den USA müssen künftig gewährleisten, dass du zum Beispiel dein Handy nicht nur bei Apple, sondern auch bei einer anderen Reparaturbude machen lassen kannst", sagt Martina.

"Dieses Recht auf Reparatur wird von Verbraucherschützern schon seit mehreren Jahren gefordert. Die Grundidee ist, dass Kundinnen und Kunden nach dem Kauf der Geräte nicht mehr so stark von den Herstellern abhängig sind. "
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzautorin

Oft lehnen Hersteller einfache Reparaturen ab oder verlangen viel Geld dafür, berichtet Martina. Das soll sich nun ändern. Und um das Vorhaben umsetzen zu können, sind Gesetze geplant. Die FTC kündigt an, verstärkt gegen Unternehmen vorzugehen, die sich nicht an die neuen Regelungen halten. "Bisher hat sich die FTC nicht sonderlich darum gekümmert. Das hat sie sogar zugegeben", sagt Martina Schulte. Die Behörde habe jedoch seit Kurzem eine neue Chefin, unter der sich die Politik des Unternehmens ändere.

"Seit Kurzem hat die Behörde eine neue Chefin, Lina Khan, und die gilt als kritisch gegenüber großen Tech-Unternehmen. Sie tritt den Firmen auf Anweisung von Joe Biden auf die Füße."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzautorin

Joe Biden habe gerade einen Erlass unterzeichnet, der die FTC anweist, das Recht auf Reparatur in den Vereinigten Staaten zu stärken, erklärt Martina Schulte. In erster Linie wird das neue Gesetz Apple treffen. Apple mache es unabhängigen Werkstätten besonders schwer, Apple-Produkte zu reparieren. Das von Apple entwickelte Reparaturprogramm für kleine Werkstätten sei für diese unattraktiv, sagt Martina.

Klebstoffe in Produkten verhindern kleinere Reparaturen

Aber nicht nur Apple mache es Kunden schwer, Produkte schnell und günstig bei Drittanbietern reparieren zu lassen. Auch Samsung verwende beispielsweise Klebstoffe in Artikeln, damit sich Komponenten nicht einzeln reparieren lassen. Hinzu kommt, dass Firmen Drittanbieter verpflichten, Ersatzteile nicht direkt an Kund*innen zu verkaufen, erklärt unsere Deutschlandfunk-Nova-Netzautorin.

"Diese Verträge verhindern, dass wir Ersatzteile selber bestellen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzautorin

Das Problem muss global betrachtet werden, sagt Martina Schulte. Ein Recht auf Reparatur wird auch in der Europäischen Union seit mehr als zwei Jahren diskutiert. Und in Australien solle bald ein Reparaturscore für Elektrogeräte eingeführt werden. So ein Index zeigt Verbraucher*innen an, wie leicht sich Geräte erneuern lassen. Darüber haben wir bereits vor einiger Zeit berichtet.