Gegen diese Masche der Trickbetrüger sieht das Ass im Ärmel alt aus. Kartenbetrüger in Berlin hatten Karten radioaktiv markiert. Doch das ist nur eine von vielen Schummelgeschichten: Wir haben uns die heißesten Tricks erzählen lassen.

Was die Polizei gerade in Berlin entdeckt hat, klingt wie eine Idee aus einem Gauner-Krimi: Im Müll fand sie Karten, die radioaktiv verstrahlt waren. Vermutlich mit Hilfe eines am Körper befestigten Detektors, der bei den markierten Karten ausschlägt, wollte jemand sich einen Vorteil verschaffen. Das vermutet die Polizei Berlin. 

TicTicTic im Ohr

Peps Zoller hat beim bayerischen Landeskriminalamt die Abteilung Glücksspiel aufgebaut und ist selbst Zauberer. Er kennt die radioaktive Tricksermasche, selbst wenn sie ihm persönlich noch nicht begegnet ist. Die Karten mit unsichtbaren radioaktivem Material zu beträufeln, ist quasi Kartenzinken für Fortgeschrittene. 

"In der Regel wird noch eine Schutz-Wachsschicht darüber gegeben, damit das Ganze nicht matt wirkt. Die radioaktiven Wellen werden dann etwa über ein Signal, das im Ohrhörer sitzt aufgefangen – meistens ein Tictictic-Geräusch oder auch über leichte Stromstöße."
Peps Zoller, Zauberer und pensionierter Kriminalbeamter

Wie genau die Schummelei in Berlin abgelaufen ist, weiß die Polizei nicht. Möglich wäre sogar, dass die Betrüger eingebrochen sind und die vorhanden Karten vorher markiert haben oder den Detektor im Gebäude versteckt haben, so Peps Zoller. Beim Black Jack reicht es zum Beispiel nur die Karten mit hoher Punktzahl auszuwählen. Dann kann die Abzocke losgehen.

Unsichtbare Farbe und Nadelstiche

Im klassischen Gaunerrepertoire gibt es noch einige weitere Möglichkeiten, seine Karten kenntlich zu machen, erzählt Peps Zoller. Beispielsweise indem die Rückseiten kaum merkbar durch modifizierte Kanten oder kleine Löcher verändert werden. Ähnlich wie bei der Radioaktivität funktioniert es mit unsichtbarer Farbe, die nur mit Spezialbrille sichtbar wird. 

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Mit einem sogenannten Holdout hat Peps Zoller in seiner Kriminalistenkarriere übrigens noch niemanden erwischt. Dabei scheinen diese Vorrichtungen, mit denen Karten aus Ärmel, Hosenbein oder Brusttasche gezaubert werden, ein Lieblingsmotiv in Gaunerkomödien zu sein. 

"Wenn ein Falschspieler mit so etwas erwischt wird, da ist die Beweislage hundertprozentig!“
Peps Zoller, Zauberer und pensionierter Kriminalbeamter

Zumindest bei Filmemachern sind eingeschmuggelte Karten ähnlich beliebt wie das Kartenzählen - das funktioniert theoretisch beispielsweise beim Blackjack. Allerdings sind die Gewinnchancen gar nicht so groß - dafür aber das Risiko erwischt zu werden. Am sichersten, sagt Peps Zoller, bleibe es die Karten falsch auszuteilen.

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Evergreen der Schummeleien sind Absprachen zwischen den Spielern. Beim Pokern gilt etwa: drei ziehen einen ab. Per Handzeichen, eingezogenen Fingern, mimischen Signalen sprechen sich die Abzocker ab, damit ihr Opfer immer gegen den mit dem besten Blatt spielt. Das ganze muss natürlich ebenso unscheinbar wie eindeutig ablaufen, damit die Kommunikation klappt, aber niemand erwischt wird. 

Husten: alles andere als eindeutig

Ein Beispiel aus Deutschland zeigt, wie schwer eine solche Absprache (genauso wie der falsche Verdacht) tatsächlich nachzuweisen ist. Bei der letzten Bridge-WM sollen zwei Spieler aus Deutschland per Husten miteinander kommuniziert haben. Sie wurden vom Verband ausgeschlossen und klagten gegen das Urteil. 

Wer also schummeln möchte, sollte besser eine hundertprozentige Masche haben. Denn erwischt zu werden wird eigentlich immer unangenehm. Auch wenn die Polizei nicht vor Ort ist.

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