Das Klischee, dass Menschen mit vielen Katzen irgendwie verrückt seien, haben Wissenschaftler der University of California jetzt widerlegt: Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Katzenbesitzerinnen und -besitzer nicht psychisch auffällig sind. "Extrem schrullige" gebe es aber schon, meint Katzenbesitzerin- und expertin Sabine Ruthenfranz.

Klischees über Katzenhalter gibt es einige: "Katzenhalter gehen angeblich nicht vor die Tür, haben keine Freunde, sind sozial nicht eingebunden" - solche Dinge hat Sabine Ruthenfranz schon oft gehört. Die Katzenliebhaberin ist von Beruf Marketingcoach und hat zwei Stubentiger zu Hause ("Dolly" und "Pauli"), über die sie regelmäßig in ihrem Katzenpodcast "Katzen-Leben" berichtet.

"Die schrulligsten Geschichten halten sich am längsten - ob da nun was Wahres dran ist oder nicht, sei dahingestellt."
Sabine Ruthenfranz, Katzenliebhaberin

Da heute viele Katzen als reine Hauskatzen gehalten werden, gebe es unter den Besitzerinnen und Besitzern sicher den einen oder anderen, der nicht gerne aus dem Haus geht. Sicher gebe es auch schrullige Katzenbesitzer - genauso allerdings auch schrullige Hunde- oder Meerschweinchenbesitzer, meint Sabine Ruthenfranz.

Eine Studie kalifornischer Wissenschaftler gibt ihr recht: Sie befragten über 500 Tierbesitzerinnen und -besitzer und prüften deren mentale Gesundheit. Das Ergebnis: Katzenbesitzerinnen unterscheiden sich nicht von anderen Tierbesitzern, sind also nicht besonders schräg, emotional oder einsam.

"Katzen-Outing" kam positiv an

Sabine Ruthenfranz erzählt uns, dass sie selbst es viele Jahre lang verheimlicht habe, dass sie zwei Katzen hat - eben weil es so viele Klischees gebe. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass bei manchen Leuten tatsächlich sofort "die Crazy-Cat-Lady-Schublade aufgeht."

"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es im geschäftlichen Umfeld Menschen gibt, die darauf abwertend reagieren."
Sabine Ruthenfranz, Katzenliebhaberin

Erst als sie ihr erstes Buch über Katzen veröffentlicht hat - einen Ratgeber für Katzenhalter - konnte Sabine Ruthenfranz ihren Namen nicht mehr von dem Katzenthema trennen. So kam es schließlich zu ihrem "Katzen-Outing". Danach erlebte sie auch positive Überraschungen: Einige Geschäftskunden kamen ganz anders auf sie zu und zeigten ihr plötzlich Fotos ihrer vierbeinigen Lieblinge. Katzen können also auch ein Türöffner sein.