Keith Weed, Marketing-Chef bei Unilever, hat gegen soziale Netzwerke gewettert. Er will, dass sein Unternehmen nur noch Anzeigen auf Plattformen schaltet, die einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. Genaue Pläne zur Umsetzung gab er allerdings nicht bekannt.

Unilever ist einer der größten Mischkonzerne der Welt. Von Deo über Putzmittel bis hin zu Nudeln produziert das Unternehmen alles mögliche. Um die eigenen Produkte zu bewerben, gibt der Konzern fast 10 Milliarden Dollar aus - das ist weltweit der zweitgrößte Werbeetat. Und von diesen 10 Milliarden Dollar fließt auch eine Menge in Online-Werbung. Keith Weed, der Marketing-Chef bei Unilever, ist allerdings unzufrieden mit dem Umfeld, das seinen Produkten dort geboten wird. Er findet, dass das Internet ein Sumpf aus Fake News, Hass und Rassismus ist. Das mache es schwer, dort Produkte ordentlich zu platzieren.

"Das Internet und speziell die Sozialen Netzwerke sind ein Sumpf. Ein Sumpf von Intransparenz, ein Sumpf mit toxischen Inhalten; mit Fake News, Hass und Rassismus."

Auch wenn Keith Weed Facebook und Google nicht nennt, können wir uns denken, dass er sich vermutlich auch auf diese beiden Netzgiganten bezieht. Weiter sagt er in seiner Keynote, dass Unilever keine Anzeigen auf Plattformen mehr schalten will, die nicht auch einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten, die Kinder nicht schützen oder auf denen Wut, Hass oder Zwietracht geschürt werden.

Drohung erstmal ohne Konsequenzen

Einige Medien vermuten darum einen Werbestopp von Unilever bei Facebook und Co.. Allerdings stellt sich im weiteren Verlauf der Keynote raus: Konkrete Kürzungen will Unilever aktuell nicht vornehmen. Aktuell handelt es sich also eher um eine Drohung seitens eines werbungtreibenden Unternehmens. Wie wirksam die ist, bleibt abzuwarten. Denn natürlich gehen die Abhängigkeiten in beide Richtungen.

Unilever selbst hat sich in der Vergangenheit auch nicht mit Ruhm bekleckert, was Werbung in Sozialen Netzwerken angeht. Ein Werbespot für die Marke Dove hatte zuletzt einen Shitstorm ausgelöst, weil darin zuerst ein schwarzes Model zu sehen, dass sich dann in ein weißes Model gewandelt hatte. Daran war aber in dem Fall nicht das Werbeumfeld schuld, sondern der Inhalt des Werbespots selbst.

"Mein Fazit hier: Es geht nicht um Moral oder hehre Werte, sondern ums Geschäft."
Netzreporter Michael Gessat

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