Ganz klar: Während einer Schwangerschaft sollten Frauen keinen Alkohol trinken. Aber gilt das nicht auch schon vorher? Diesen Mythos haben dänische Wissenschaftler - zumindest für moderates Trinken - widerlegt.

13 kleine Flaschen Bier oder zwei Weinflaschen pro Woche - klingt gar nicht so wenig - ist aber noch o.k. Zumindest sagen das dänische Forscher, die eine Studie mit 6000 Frauen mit Kinderwunsch durchgeführt haben. Mit der Studie wollten sie herausfinden, ob moderater Alkoholkonsum schon die Fruchtbarkeit einschränken könnte. Unter den Teilnehmerinnen gab es Frauen, die abstinent leben und andere, die gemäßigt trinken.

"Ob die Frauen abstinent waren oder gemäßigt Alkohol getrunken haben, hat keinen Unterschied gemacht. Die Frauen beider Gruppen wurden gleich oft schwanger."
Aglaia Dane, Wissensnachrichten

Frauen, die regelmäßig viel trinken, wurden auch untersucht und es zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei ihnen niedriger war.

Viele Frauen verzichten trotzdem ganz auf Alkohol, wenn sie schwanger werden möchten, weil sie nichts riskieren wollen. Denn dass man schwanger ist, bemerken viele Frauen erst nach einigen Wochen. Und sie wollen dem Fötus nicht schaden. Allerdings gibt es in diesem Bereich noch viele offene Fragen: Es ist zum Beispiel nicht klar, wie der Alkohol wirkt und welche Mengen schädlich sind.

Entwicklungsphase des Fötus ausschlaggebend

Im Moment gehen die Forscher davon aus, dass der Zeitpunkt der Schwangerschaft eine Rolle spielt. Das bedeutet, wenn eine Frau in einer wichtigen Entwicklungsphase des Embryos Alkohol trinkt, kann das Kind Organ- oder Nervenschäden davon tragen. Eine andere Frau trinkt vielleicht häufiger, dem Kind passiert aber glücklicherweise nichts, weil es sich in einem anderen Stadium befindet, in dem es nicht so anfällig ist. Darum gilt während der Schwangerschaft: Jeder Tropfen Alkohol kann schaden.

Übrigens: die zugehörigen Männer wurden in der Studie nicht untersucht. Es gibt aber Hinweise darauf, dass Alkohol die Spermienqualität deutlich senken kann, auch schon in moderaten Mengen.