Dass es das Kino – wie viele andere Veranstaltungsorte auch – besonders schwer hat in Corona-Zeiten, steht außer Frage. Wegen der Abstandsregeln dürfen nur wenige Tickets pro Screening verkauft werden, viele Menschen trauen sich zudem nicht rein. Kann diese Woche etwas daran ändern? Es starten gleich vier höchst interessante Filme!

Zuletzt waren die wirklich interessanten Filme im Kino gut verteilt: einer pro Woche von Relevanz, selten mal zwei. In dieser Woche starten nun gleich vier Filme, die das Potenzial haben, Zuschauerinnen und Zuschauer zurück vor die Leinwand zu locken. Wir schauen in alle vier rein und sprechen darüber.

"On The Rocks" heißt der neue Film von Sofia Coppola ("Lost in Translation"), wieder mit Bill Murray in einer der Hauptrollen. Er spielt den vermögenden Vater einer erwachsenen Tochter, die ihren Mann verdächtigt, sie zu betrügen. Ein gefundenes Fressen für Felix (Murray), der Zeit seines Lebens ein Fremdgänger und Filou war, und nun seiner Tochter gegen seinesgleichen beistehen will.

"Never, Rarely, Sometimes, Always" hat uns schon auf der Berlinale begeistert: In ihrem neuen Film erzählt Eliza Hitman die Geschichte junger Frauen, die sich in einer Welt voller sexueller Anspielungen, Nötigungen und Belästigungen zurecht zu finden versuchen. Alltags-Sexismus, so beiläufig und beinahe banal wirkend erzählt und dabei schmerzhaft offensichtlich geschildert, dass es dafür zurecht den großen Preis der Jury der Berlinale gab.

"Gott, Du kannst ein Arsch sein" ist eine Art deutsches Mash-up aus "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" und "Honig im Kopf": Heike Makatsch und Til Schweiger als Eltern der 16-jährigen Steffi, die völlig unvermittelt die Diagnose bekommt, unheilbar krank zu sein. Gegen den Willen ihrer übervorsichtigen, besorgten Eltern macht sich Steffi auf einen Roadtrip mit einem Unbekannten, um ihre persönliche Bucket-List abzuarbeiten.

"Enfant Terrible" war eine der Bezeichnungen für Filmemacher Rainer Werner Fassbinder, den Regisseur von "Angst essen Seele auf", "Die Ehe der Maria Braun", "Berlin Alexanderplatz" und vielen anderen, oft experimentellen Filmen des "Neuen Deutschen Films" der 1970er Jahre. Oskar Röhler – selbsternanntes Enfant Terrible der aktuellen Filmlandschaft – hat Fassbinder unter diesem Titel ein Kino-Denkmal gesetzt, auf höchst polarisierende Art und Weise.