Jetzt, wo eine Hitzewelle auf die nächste folgt, sind Klimaanlagen Mangelware. Teilweise sind sie die einzige Hoffnung auf einen einigermaßen erholsamen Schlaf – aber wie gut sind sie für das Klima?

An den heißen Tagen ist es zu Hause manchmal kaum auszuhalten. Wie soll man schlafen, wenn die Wohnung einer Sauna ähnelt? Für viele ist die Antwort hier eine Klimaanlage.

Mobil oder Splitgerät

Für Zuhause gibt es zwei Arten von Klimaanlagen: mobile Geräte und sogenannte Splitgeräte. Mobile Geräte erkennt man schnell am Abluftschlauch, der meistens aus dem Fenster gehängt wird. Dadurch wird die warme Luft nach außen gebracht. Mobile Geräte kann man da im Raum aufstellen, wo man es braucht, einstecken und direkt benutzen.

Ihr Nachteil ist, dass sie eher ineffizient sind. Weil der Schlauch häufig aus dem Fenster hängt, das zum Beispiel auf kipp ist, kommt auch warme Luft von draußen nach drinnen – und die muss dann wieder gekühlt werden. Die warme Luft wird auch durch Ritzen und Fugen von außen nach innen gezogen, weil durch das Kühlgerät ein Unterdruck in der Wohnung erzeugt wird, erklärt Ferdinand Pfender. Er ist Ingenieur beim Umweltbundesamt.

Auf die Effizienz kommt es an

Festeingebaute Splitanlagen arbeiten hier effizienter. Die Geräte bestehen aus zwei Teilen: ein Modul ist im Raum und ein weiteres draußen. Ein Splitgerät muss daher von Fachleuten eingebaut werden, weil sie dafür in der Regel durch die Wand bohren. Dem Einbau müssen Vermieter*innen vorher zustimmen. "Alte Geräte arbeiten mit sehr klimaschädlichen Kältemitteln, sogenannte fluorierte Treibhausgase. Sehr moderne Geräte arbeiten mit quasi klimaneutralen Kältemitteln", so Ferdinand Pfender.

"Was für mich ein Aha-Effekt war bei unserem Test, ist, dass ein Split-Klimagerät meine individuelle Ökobilanz unter Umständen sogar verbessern kann."
Meike Rix, Stiftung Warentest

Wie viel Strom sie verbrauchen, hat die Stiftung Warentest überprüft. Im Test waren eher hochwertige Splitklimageräte mit der höchsten Energieeffizienzklasse. Ihre Klimabelastung lag pro Jahr für ein Standard-Zimmer im Mittel bei 58 Kilogramm CO2-Äquivalenten, sagt Meike Rix von der Stiftung Warentest. Das ist so klimaschädlich wie eine Fahrt mit dem Auto von Leipzig nach Hannover.

Bei älteren Geräten kann die Klimabelastung deutlich höher sein. Laut der Verbraucherzentrale NRW kann die jährliche Klimabilanz einem Mittelstreckenflug entsprechen.

Splitgeräte können die Ökobilanz aber auch verbessern. "Nämlich dann, wenn ich eigentlich mit einer Gas- oder Ölheizung heize und anfange, mit der Klimaanlage in der kalten Jahreszeit auch zu heizen", so Meike Rix. Was zusätzlich für weniger Emissionen sorgt, ist Ökostrom oder auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Hitze: Die Politik ist gefragt

Aktuell verbrauchen Klimaanlagen ungefähr 3,1 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Zum Vergleich: In den USA sind es 18 Prozent. Eine Klimaanlage hilft aber vor allem gegen das Symptom – die Hitze, sagt Ferdinand Pfender vom Umweltbundesamt. Die Politik muss hier handeln. Denn Klimaanlagen sorgen durch ihre Abwärme für Wärmeinseln in der Stadt. Mehr Schatten, Bäume, Wasserflächen und größere unbebaute Gebiete können helfen, dass sich Stadtviertel nicht so schnell aufheizen.

Shownotes
Klimaanlage
So kühlen wir unser Zuhause klimafreundlich
vom 14. Juli 2026
Moderator: 
Nik Potthoff
Autor: 
Tobias Blum, Deutschlandfunk Nova