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Der WWF zeigt in einer aktuellen Studie, welchen Einfluss unsere Ernährung auf das Klima hat. Die Organisation fordert eine Ernährungswende und zum Beispiel die Halbierung unseres Fleischkonsums. Aber auch andere Bereiche unseres Lebens haben eine schädliche Wirkung auf das Klima.

Fast ein Drittel der Treibhausgasemissionen weltweit ist auf die Art und Weise zurückzuführen, wie wir uns ernähren, sagt unsere Reporterin Ilka Knigge. Nach einer Berechnung der Universität Oxford könnte allein der Faktor Nahrung dazu führen, dass wir das 1,5-Grad-Ziel nicht einhalten können.

"Die Uni Oxford hat berechnet, dass allein unsere Ernährung dafür sorgen könnte, dass wir das 1,5-Grad-Ziel nicht einhalten können."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova

Das liegt unter anderem an der Waldabholzung, Düngemitteln und an Gasen, die in der Landwirtschaft entstehen. Der WWF hat eine Idee übernommen, die ursprünglich vom EAT Lancet stammt, und sie auf Deutschland übertragen – einen neuen Ernährungsplan, der sich Planetary Health Diet nennt und der gut für Menschen und Erde ist.

Ernährungsplan: nur noch halb so viel Fleisch

Im Wesentlichen geht es dabei darum, den Anteil von tierischen Produkten runter- und den pflanzlichen Anteil hochzufahren, sagt Ilka. Konkret bedeutet das: nur noch halb so viel Fleisch essen wie jetzt. Das wären etwa 470 Gramm pro Woche und damit nur zwei bis dreimal Mal die Woche ein Stück Fleisch durchschnittlicher Portionsgröße.

Damit könnten jährlich um die 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in Deutschland eingespart werden, so die Rechnung. Das hätte zur Folge, dass auch Anbauflächen – so groß wie Brandenburg – frei würden. Diese Fläche könnte laut WWF zum Beispiel für den Anbau von Energiepflanzen wie Raps für Biokraftstoffe genutzt werden. Oder auch für Pflanzen wie Baumwolle, für die Produktion von Textilien.

Kantine: Vegatarische Gerichte ganz nach oben

Der WWF fordert von der Politik ein richtiges Ernährungskonzept. Nachhaltige Lebensmittel sollten zukünftig zur ersten Wahl werden. Die Organisation schlägt auch eine Nachhaltigkeitssteuer vor und möchte, dass vegetarische Gerichte zum Standard werden. In Kantinen beispielsweise sollten sie als erste Gerichte gelistet werden.

"Der WWF schlägt eine Nachhaltigkeitssteuer vor und möchte, dass vegetarische Gerichte Standard werden und beispielsweise in Kantinen als erste Gerichte gelistet werden."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova

Laut WWF unterschätzen wir, welchen Einfluss unsere Ernährung auf das Klima hat. Doch auch andere Lebensbereiche haben schädliche Auswirkungen. Etwa 20 Prozent des durchschnittlichen CO2-Fußabdrucks verantwortet der Bereich Mobilität. Weitere 20 Prozent fallen in den Bereich Wohnen. Dazu zählen zum Beispiel Dämmung, Heizen und Strom.

Klimabilanz: Auch die kleinen Dinge zählen

Wer zur Miete wohnt, kann über Dämmung oder die Art zu heizen nicht wirklich entscheiden. Aber zusammen können wir etwas tun. Michael Bilharz verantwortet den Co2-Rechner beim Umweltbundesamt. Er sagt, wir sollten nicht nur unseren eigenen CO2-Fußabdruck im Blick haben, sondern auch auf den Händedruck achten.

Damit meint er, dass wir andere Menschen mitnehmen. Wird ein Haus gedämmt, betreffe das alle Bewohner und nicht nur eine einzelne Person. So können wir als Person oder als Hausgemeinschaft beim Vermieter etwas anstoßen, meint unsere Reporterin.

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Richtig lüften, etwas weniger heizen, auf effiziente Geräte achten, einen Ökostromanbieter wählen – es gibt viele kleine Dinge, die wir für den eigenen ökologischen Fußabdruck machen können. Der große Batzen an klimaschädlichen Emissionen in Deutschland kommt aus der Energiewirtschaft, sagt Ilka Knigge. Rund 40 Prozent verursacht alleine die schmutzige Energiegewinnung – unter anderem aus Kohle.