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Bei der Bekämpfung der Klimakrise sind neben CO2 auch die sogenannten kurzlebigen Gase wie Methan wichtig. Diese bleiben anders als CO2 nur sehr kurz in der Atmosphäre. Werden diese reduziert, hätte das schnell einen spürbaren Effekt, sagt die Klimaforscherin Astrid Kiendler-Scharr.

Würde der Ausstoß kurzlebiger klimaschädlicher Gase wie zum Beispiel Methan reduziert, wirke sich das direkt auf die Erderwärmung aus. "Die Summe der kurzlebigen klimawirksamen Stoffe trägt etwa in gleicher Größenordnung zur Erwärmung bei wie das Kohlendioxid", sagt Astrid Kiendler-Scharr vom Forschungszentrum Jülich.

"Die Summe der kurzlebigen klimawirksamen Stoffe trägt etwa in gleicher Größenordnung zur Erwärmung bei wie das Kohlendioxid."
Astrid Kiendler-Scharr, Forschungszentrum Jülich

Die Forscherin war federführend beim Bericht des Weltklimarats für das Kapitel kurzlebige Gase. Methan habe von der vorindustriellen Zeit bis heute etwa zu einer Erwärmung von 0,5 Grad geführt. Stand jetzt sind wir bei einer Erwärmung von 1,1 Grad angelangt.

Klima und Luftqualität leiden

Methan werde durch Produktion und Verteilung von fossilen Brennstoffen, Landwirtschaft und auch Abfallwirtschaft produziert, so die Forscherin. Beim vollständigen Verbrennen von Methan werde CO2 emittiert. Das Problem sei, dass das CO2 häufig nicht vollständig verbrennt. Dabei entstehen andere Stoffe, welche die Atmosphäre belasten – zum Beispiel Kohlenwasserstoffe.

Diese anderen Kohlenwasserstoffe, aber eben auch die Stickoxide würden sich zum einen auf das Klima auswirken, andererseits auch auf die Luftqualität auch, sagt Astrid Kiendler-Scharr.

Positive Effekte innerhalb von zehn Jahren messbar

Im Vergleich zum CO2 bleiben Gase wie Methan kurzlebig in der Atmosphäre. Würden wir weniger Methan produzieren, würde auch die Konzentration des Gases in der Atmosphäre schnell zurückgehen. Die Klimawirkung würde direkt abnehmen, sagt Astrid Kiendler-Scharr. Mit einem Stopp oder der Reduktion der Emissionen ließen sich also schnelle Effekte erzielen, die wir innerhalb von zehn Jahren spüren würden.

"Wenn wir kein Methan mehr emittieren würden, dann würde auch dessen Konzentration in der Atmosphäre schnell zurückgehen. Das heißt, auch die Klimawirkung würde direkt abnehmen."
Astrid Kiendler-Scharr, Forschungszentrum Jülich

Dennoch: Der Klimawandel ließe sich nur abfedern, indem wir langfristig die CO2-Emissionen stoppen. Die kurzlebigen Stoffe würden einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Temperaturerhöhung auf deutlich unter zwei Grad zu halten, so die Forscherin.

Gasförderung sorgt für mehr Methanemissionen

Um die kurzlebigen Treibhausgase zu reduzieren, müsste gewisse Prozesse in der Abfall- oder die Landwirtschaft angepasst werden. Beim Reisanbau etwa hänge die Methanemission auch davon ab, wie lange der Reis unter Wasser stehe. Sorge bereitet der Forscherin allerdings, dass durch die Gasförderung die Methan-Emissionen pro Kilowattstunde m deutschen Strommix in den letzten 30 Jahren um den Faktor zehn zugenommen habe.