App statt Therapie bei Depressionen? Bislang war das nicht besonders empfehlenswert. Koko soll anders sein. Die App wurde am Media Lab des MIT entwickelt. Helfen soll vor allem die Crowd.

Eins vorneweg: In akuten Notsituationen kann auch Koko den Therapeuten nicht ersetzen. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Psycho-Apps, wurde Koko von Wissenschaftlern entwickelt. Genauer gesagt von Psychologen im Media Lab des Massachusetts Institute of Technologie (MIT).

Die App setzt auf Crowdpower und bezeichnet sich als "social network that calms your mind". Der Schlüssel: die App versucht vor allem, Struktur reinzubringen. Sowohl beim Ratsuchenden als auch bei denen, die helfen wollen. Das heißt, es wird regelrecht Ordnung geschaffen, um das Problem auf seinen Kern zu reduzieren.

So sieht Koko auf dem iPhone aus
© Screenshot Koko App
Struktur soll helfen, den Dingen auf den Grund zu gehen

Das wichtigste ist Struktur

Zunächst kann man deshalb eine Kategorie wählen. Zum Beispiel Familie, Beruf oder Gesundheit. Dann beschreibt man seine Situation. Dafür hat man maximal drei Sätze. Es gibt also ähnlich wie bei Twitter eine beschränkte Zeichenzahl. Dann darf man so richtig schwarz malen und die schlimmsten Konsequenzen aus diesem Szenario hinschreiben. Aber nur in einem einzigen Satz. Das ist dann quasi das Koko-Profil.

Menschen, die helfen wollen - also die Crowd - kann jetzt dieses Profil sehen. Und ähnlich wie bei Tinder können sie durch die angelegten Probleme blättern und sich entscheiden: Will ich jetzt hier helfen oder lieber nicht. Wer helfen möchte, der klickt dann auf den roten "Help to rethink this"-Button. Geholfen wird dann ebenfalls in Kurzform mit der Aufforderung: "Was wäre eine optimistischere Sichtweise?" Gute Ratschläge können dann nach oben gevoted werden.

Links zur App Koko: