Gruppenarbeit kann ganz schön nervig sein, wenn einige Mitglieder nicht mitziehen oder sich nicht einbringen. Sie kann aber auch sehr bereichernd sein. Welche Faktoren eine erfolgreiche Gruppenarbeit ausmachen, haben Forschende in einer Metastudie herausgefunden.

Ein Intelligenzquotient (IQ) gibt immer die Intelligenz im Vergleich zum
Durchschnitt der Bevölkerung an. Im Bereich zwischen 85 und 115 liegt
der durchschnittliche IQ – mehr als zwei Drittel der Menschen liegen in
diesem Bereich. Wer einen durchschnittlichen IQ hat, kann
durchschnittlich gut Neues lernen oder mit Problemen verschiedener Art umgehen.

Wie Gruppenintelligenz gemessen wird

Arbeiten Menschen in einer Gruppe zusammen, werden die einzelnen IQs der Gruppenmitglieder aber nicht einfach zusammengezählt. Für Gruppenarbeit gelten andere Parameter, mit denen gemessen wird, wie hoch der kollektive Intelligenzquotient (KIQ) ist. Diese haben Forschende aus den USA nach dem Auswerten von 22 Studien bestimmt:

  1. Die Fähigkeit der Gruppe, die Stärken ihrer Mitglieder zu erkennen und dementsprechend Aufgaben zuzuordnen
  2. Die Fähigkeit, die Gruppe so zu koordinieren, dass alle Teil-Aufgaben erledigt werden
  3. Die Fähigkeit der Gruppe, die Mitglieder zu motivieren

Mehr Frauen - besseres Teamwork

Dabei haben die Forschenden herausgefunden, dass Gruppen mit einem höheren Frauenanteil besser zusammenarbeiten. Das Koordinieren und das Absprechen von Aufgaben ist diesen Gruppen besser gelungen, als jenen mit wenig oder keinem Frauenanteil.

"Es zeigte sich, dass Gruppen mit einem höheren Frauenanteil besser in der Zusammenarbeit waren als solche mit wenigen oder gar keinen Frauen."
Veronika von Borries, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das liege wohl daran, dass Frauen im Durchschnitt besser darin sind, soziale Signale von anderen Menschen zu erkennen. Schwierigkeiten kann eine Gruppe haben, wenn das Alter der Mitglieder zu weit auseinander liegt. Warum das so ist, haben die Forschenden noch nicht herausgefunden.

Daten aus unterschiedlichsten Gruppenbedingungen

Um das herauszufinden, hat das Forschungsteam in seiner Meta-Studie Daten aus insgesamt 22 Studien mit über 1300 Gruppen und etwa 5350 Teilnehmenden ausgewertet. Dabei war die Zusammensetzung der Gruppen ganz unterschiedlich: Manche Gruppen kannten sich schon länger, andere Gruppen fanden sich erstmals für die Experimente zusammen, einige Gruppen lösten ihre Aufgaben nur online, andere mit persönlichem Kontakt vor Ort.

Alle Gruppen hatten nicht mehr als zehn Teilnehmende. In verschiedenen Tests mussten die Gruppen möglichst viele Ideen zu einem bestimmten Thema entwickeln oder beispielsweise gemeinsam ein Sudoku lösen.