Wir bekommen Besuch: Zurzeit durchquert der Komet C/2016 U1 (Neowise) unser Sonnensystem. Wer jetzt nicht nach ihm Ausschau hält, dürfte das bereuen. Denn er kommt nie wieder zurück.

Was passiert, wenn ein eisiger Schmutzball durchs All fliegt, in der Nähe der Sonne langsam auftaut und dabei einen Schweif hinter sich herzieht? Dann sprechen von einem Kometen am Himmel - nicht zu verwechseln mit einem Asteroiden, das sind Gesteinsbrocken der Keplerischen Umlaufbahn.

12.7k Likes, 92 Comments - Science by Guff (@science) on Instagram: "Forget fireworks this New Year's Eve and get your binoculars ready to see the C/2016 U1 NEOWISE..."
Forget fireworks this New Year's Eve and get your binoculars ready to see the C/2016 U1 NEOWISE comet. NASA has announced that the comet zooming through the inner Solar System *could* be so bright over the next week that you can see it with binoculars and maybe even with the naked eye between now and January 14. Although the prospect of being able to see a comet zoom past might sound scary, don't worry, comet C/2016 U1 NEOWISE has already made it through the closest pass of Earth on December 13, at a distance of around 106 million km (66 million miles). Pictured above is the comet taken with a telescope on Dec. 23 in Austria by Michael Jäger. (You can expect the comet to look a little like this, except slightly further away.) The best place to view the comet is from the Northern Hemisphere, and you should look towards the southeastern sky right before dawn. Never forget to look up! Photo:Michael Jäger/Universe Today ​Source: Science Alert, ​NASA

Zurzeit sorgt wieder einmal ein Komet im wahrsten Sinne des Wortes für Aufsehen. Zumindest wenn ihr in den frühen Morgenstunden mit einem guten Fernglas in den Himmel schaut. Mit etwas Glück entdeckt ihr dann in Richtung Ost-Südost einen kleinen Fleck am Himmel, erklärt der DRadio-Wissen-Reporter Michael Büker. Am besten holt ihr euch dafür aber auch noch Tipps von Profis - zum Beispiel bei der nächstgelegene Sternwarte.

Ganz leicht zu finden ist C/2016 U1 (Neowise) also nicht. Auch weil etwa die Raumstation ISS deutlich heller leuchtet. Astronomen bewerten die Helligkeit auf einer eigenen Skala - der Magnitude. Unser Komet bringt es dabei auf einen Wert von plus 6 - die Grenze dessen, was ihr noch mit bloßem Auge erkennen könnt.

Ein einmaliges Erlebnis

C/2016 U1 (Neowise) hat die vergangenen Tausende oder auch Millionen Jahre in großer Entfernung von der Sonne verbracht und kommt ihr jetzt nahe, sagt Michael Büker. Und das bedeutet: Er nimmt Fahrt auf, wird viel schneller und wird in kürzester Zeit durch das innere Sonnensystem hindurchflitzen und es dann wieder verlassen.

Weil er nur einmal vorbeikommt, gehört der Himmelskörper zu den hyperbolischen Planeten. Für alle, die ihn dabei ihn von der Erde aus beobachten wollen, heißt es also: jetzt oder nie. Der Besuch von Komet C/2016 U1 (Neowise) in unserem Sonnensystem wird für alle Zeiten ein einmaliges Erlebnis bleiben.

Eigentlich zu klein

Dass wir ihn zurzeit sehen können, hat damit zu tun, dass in unmittelbarer Nachbarschaft der Sonne das Eis, aus dem der Komet besteht, ein wenig schmilzt und er deshalb einen Schweif hinter sich herzieht. Ansonsten wäre der Himmelskörper viel zu klein, um ihm am Nachthimmel auszumachen. Entdeckt wurde C/2016 U1 (Neowise) mit einem Weltraumteleskop. Der komplizierte Name deutet übrigens darauf hin, dass er im Oktober, in der zweiten Jahreshälfte 2016 entdeckt wurde - und in diesem Zeitraum der erste seiner Art war.