Darf Eventim quasi ein Monopol bei Konzertkarten haben? Dazu gibt es jetzt eine Entscheidung des Bundeskartellamts. Konzertbesucher bekommen darum vielleicht bald günstigere Tickets. Deutschlandfunk Nova-Reporterin Sandra Pfister erklärt, warum.

Eventim sei der "Türsteher der Konzertwelt" twitterte die Grünen-Politikerin Katharina Dröge. Das Bundeskartellamt hatte zuvor entschieden, dass der Anbieter zu viel Macht über das komplette Ticketgeschäft hat. Die meisten Tickets in Deutschland und ganz Europa laufen derzeit über Eventim. 

Die Firma hat in der Vergangenheit oft Gebühren und Ticketpreise hochgetrieben, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Sandra Pfister. Wer Tickets kaufe, habe oft keine Alternative, weil Eventim entweder alle oder fast alle Tickets zu einem Konzert verteile. 

Jetzt muss das Münchener Unternehmen mehr Ticketkontingente an die Konkurrenz weitergeben. Mindestens ein Fünftel der Karten für eine Veranstaltung muss an andere Anbieter gehen. Tickets könnten darum billiger werden, weil mehr Konkurrenz da ist, so Pfister.

"70 Prozent aller Konzertkarten werden online bestellt. Bei jedem Onlineverkauf kriegt Eventim sieben Euro. Wenn ein Ticket vor Ort gekauft wird, kriegen die nur einen Euro."
Sandra Pfister, Deutschlandfunk Nova

Auch die Vorverkaufsstellen beschweren sich, denn Eventim macht online großangelegte Pre-Sales. Erst, wenn die gelaufen sind, kriegen die Vorverkaufsstellen nur noch die schlechten Karten für den Direktverkauf, sagt Sandra Pfister. 

Eventim organisiere auch selbst Festivals und Tourneen. Die Firma besitze oder pachte auch selber große Konzerthallen und Bühnen. Sandra Pfister erklärt weiter, dass Künstler, die dort spielen wollen, den Ticketverkauf dann über Eventim laufen lassen müssen. Viele große Künstler wie Beyoncé haben die Ticketverkäufe direkt an Eventim ausgelagert. Der Anbieter verkauft diese Karten also exklusiv.

Alternativen zu Eventim

Ticketmaster ist, laut Sandra Pfister, der zweitgrößte Ticketverkäufer am Markt. Etwa 25 kleinere Anbieter seien auch noch zu nennen, aber:  "Die kommen oft nicht zum Zug oder verkaufen nur bei kleineren regionalen Veranstaltungen. Oder sie kriegen nur kleinere Kontingente und schlechtere Plätze", sagt Sandra Pfister.

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