• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Schwanken die Temperaturen von einem Tag auf den anderen, sind bei einigen Menschen Kopfschmerzen, Müdigkeit und Co. vorprogrammiert – sie haben das Gefühl, wetterfühlig zu sein. Das Wetter alleine ist für die Beschwerden aber nicht verantwortlich.

Habt ihr Kopfschmerzen, Migräne, fühlt euch vielleicht müde oder erschöpft, wenn das Wetter plötzlich wechselt? Das könnte schon sein, allerdings scheint die Temperatur alleine dabei keine so große Rolle zu spielen. Wir Menschen sind erstaunlich anpassungsfähig, wenn es um schnelle Wechsel von warm und kalt geht, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Verena von Keitz.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Bei einem starken Wetterumschwung ändert sich nämlich nicht nur die Temperatur, sondern auch der Luftdruck und die Luftfeuchte, auch das sind Faktoren. Allerdings: Ein Wetterumschwung allein sei kein Auslöser für gesundheitliche Probleme, sagt Andreas Matzarakis vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes. Der Wechsel sei nur der Faktor, der das sprichwörtliche Glas zum Überlaufen bringe.

"Das Wetter ist nicht schuld, sondern das ist das, was das Glas zum Überlaufen bringt."
Andreas Matzarakis, Medizin-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst

Wer also ohnehin zu Kopfschmerzen neigt, eh schon gestresst ist und auch noch schlecht geschlafen hat, bei denjenigen kann ein starker Wetterwechsel Kopfschmerzen verursachen.

Jeder zweite Deutsche wetterfühlig?

Laut demoskopischen Untersuchungen habe die Hälfte der Deutschen das Gefühl, wetterfühlig zu sein, sagt Andreas Matzarakis. Das sind natürlich subjektive Wahrnehmungen, die aufgrund der Vielzahl der beeinflussenden Faktoren nur schwer zu untersuchen sind.

Die Medizin-Meteorologie unterscheidet in drei Typen:

  • Wetterreagierende: Hierzu zählen alle Menschen.
  • Wetterfühlige: Sie sind vorbelastet, weil sie zum Beispiel häufig Kopfschmerzen haben. Je nach Wetterlage können sich ihre Beschwerden leicht verstärken oder abnehmen.
  • Wetterempfindliche: Das betrifft vor allem Menschen mit einer Krankheitsgeschichte. Ihre Symptome können durch das Wetter deutlich zunehmen.

Dass wir auf das Wetter reagieren, liegt an dem Ziel unseres Körpers, möglichst Energie zu sparen, indem er sich so wenig wie nötig anpassen muss. Für unser System ist eine Umgebungstemperatur zwischen 18 und 23 Grad und eine Körperkerntemperatur von 37 Grad ideal, erklärt Andreas Matzarakis. Je weiter wir uns davon wegbewegen, desto mehr muss der Körper leisten.

Ändert sich das Wetter im Laufe eines Jahres, könne sich der Körper gut daran gewöhnen. Bei plötzlichen Wetter-Wechseln von einen Tag auf den nächsten oder innerhalb eines Tages falle es manchen Menschen allerdings schwerer, sich körperlich anzupassen. Das betrifft vor allem chronisch kranke Menschen zum Beispiel mit rheumatischen Erkrankungen oder schlecht verheilten Knochenbrüchen können sich Beschwerden verstärken – insbesondere bei einem Wechsel von warm auf kalt.

Klickt auf Play, um mehr über Wetterfühligkeit im Gespräch mit Andreas Matzarakis zu erfahren.
"Der Körper mag ideale Bedingungen. Bei einer Umgebungstemperatur zwischen 18 und 23 Grad muss er sich nicht stark anpassen."

Andersherum ist es bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ihr Zustand verschlechtert sich eher, wenn der Wechsel von warm auf kalt erfolgt. Wer stark davon betroffen sei, sollte mit der Hausärztin oder dem Facharzt besprechen, die Schmerzmitteldosis oder die Dosis von blutdrucksenkenden Medikamenten zu erhöhen, empfiehlt Andreas Matzarakis.

Frische Luft, Bewegung, ausgewogene Ernährung

Allen anderen rät er: Bewegung an der frischen Luft – am besten täglich – und eine ausgewogene Ernährung. Das trainiert unseren Körper schon recht gut in seiner Anpassungsfähigkeit, so der Medizin-Meteorologe.

"Viel Bewegung, viel frische Luft, ausgewogene Ernährung, nicht motzen über das Wetter, sondern das Wetter zum Trainieren verwenden, rausgehen und sich bewegen."
Andreas Matzarakis, Medizin-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst