Sollten Raucher höhere Krankenkassenbeiträge zahlen als Nichtraucher? Unser Kolumnist Jim Kavanaugh hat mit einer entsprechenden These eine Diskussion ausgelöst, die wir nun mit Fakten untermauert weiter fortführen.

Wenn man auf das Gesundheitssystem in den USA blickt, ist die These von unserem Kolumnisten Jim Kavanaugh nachvollziehbar. Dort kann es nämlich passieren, dass man mehr Geld einzahlen muss, wenn man raucht oder ein anderes Risiko mitbringt.

New Yorker Jim Kavanaugh
"Leute, die bewusst ungesunde Entscheidungen treffen, sollten mehr in die Krankenkasse einzahlen."

Hier in Deutschland ist das Gesundheitssystem freilich anders aufgebaut, eine Frage, die sich aber stellt, wenn man logisch weiter denkt - und für manche etwas zynisch anmutet - lautet: Warum sollten Raucher mehr zahlen? Sie sterben doch früher.

Wirtschaftswissenschaftler Tobias Effertz kennt Studien, wonach Raucher etwa zehn Jahre weniger Leben. Ebenfalls gibt es Studien, die belegen, dass dadurch Geld eingespart wird, weil weniger Rente gezahlt werden muss. Auf der anderen Seite ist die Medizin inzwischen so weit fortgeschritten, dass auch Raucher länger leben. Zusammengefasst kann man sagen:

"Die Kosten für Raucher liegen bei 79 Milliarden Euro pro Jahr."
Tobias Effertz, Wirtschaftswissenschaftler über die Kosten von Rauchern

In den 79 Milliarden Euro sind direkte Kosten, wie krankheitsbedingte Behandlungen, aber auch indirekte Kosten, verursacht durch Arbeitsausfälle beispielsweise. Grob überschlagen bedeutet das - wenn wir davon ausgehen, dass jeder vierte Erwachsene raucht - 4500 Euro Kosten pro Raucher pro Jahr. Das ist viel Geld, dass nicht einfach über das Solidarprinzip der Krankenkassen abgefangen werden sollte, so Tobias Effertz.

Raucher sollten höhere Tabaksteuern zahlen

Statt die Kosten über die Kassenbeiträge aufzufangen, schlägt der Wirtschaftswissenschaftler vor, die Tabaksteuer zu erhöhen. 11,30 Euro pro Schachtel wären aus Tobias Effertz Sicht sinnvoll. Auf diese Zahl kommt er mithilfe von Krankenkassendaten, die angeben, wie hoch die Kosten sind, die ein Raucher im Jahr verursacht. Ein Schachtelpreis von 11,30 Euro - also etwa das doppelte vom aktuellen Preis - hätte laut Tobias Effertz auch den Effekt, dass gerade die jüngeren Menschen einen Eindruck davon bekommen, was Rauchen für Folgekosten verursacht.