Irgendwo im Regenwald von Ost- und Zentralafrika soll sich der international gesuchte Kriegsverbrecher Joseph Kony verstecken. Nun will US-Präsident Obama zusätzliche 150 Elitesoldaten auf die Jagd schicken.

"Das ist eine große Chance, Kony zu finden", sagt Kasper Agger von der Nichtregierungs-Organisation "Enough" in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Vor allem die angekündigten US-Helikopter könnten eine wichtige Hilfe sein. Agger kennt das Gebiet, in dem sich der Gesuchte aufhalten soll, aus eigener Erfahrung: "Es gibt dort keine Straßen. Man kann viele Kilometer lang darüber fliegen und entdeckt kaum eine Hütte."

Auch Drohnen helfen wenig

Auch Drohnen und Satelliten hätten bislang wenig bei der Jagd auf Kony geholfen. Und: Der Anführer der Lord's Resistance Army (LRA) hat noch immer Unterstützer und soll sich durch den Handel mit Elfenbein und Waffen finanzieren. Trotz allem ist sich Kasper Agger nicht ganz sicher, ob die angekündigte Erweiterung der US-Hilfe die Suche nach Kony tatsächlich beenden könnte. "Man braucht auch Glück dafür. Schließlich versteckt sich der Mann seit fast 30 Jahren."

Fünf Millionen Dollar Kopfgeld

Die LRA wurde Ende der 80er Jahre im Norden Ugandas gegründet, 100.000 Menschen sollen durch sie getötet worden sein. Seit 2005 wird Joseph Kony vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesucht, ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Mord, Vergewaltigung und die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten vorgeworfen. Seit 2011 unterstützen die USA die Jagd auf Kony, 2013 haben sie ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf den Chef der LRA ausgesetzt.

Vor zwei Jahren wurde die Suche nach Kony vor allem durch diesen umstrittenen Film weltweit bekannt: