Der Winter ist Hochsaison für Einbrecher, und seit einigen Jahren steigt die Zahl der Einbrüche regelmäßig. Voriges Jahr gab es fast 150.000 Wohnungseinbrüche. Für den Anstieg der Einbrüche sind internationale Banden verantwortlich.

Thomas de Maizière schlägt Alarm: Einbrecher seien nicht mehr nur Einzeltäter, sondern nun auch international organisierte Banden, warnt der Bundesinnenminister. Die Chefs sitzen in den Balkanstaaten, in Georgien und in Russland, die Drecksarbeit erledigen untergebene Kriminelle. Der Großteil der Einbrüche werde zwar noch von regionalen Verbrechern begangen, erklärt Kommissar André Schulz, aber Deutschland sei international interessant geworden.

"Internationale Banden haben Deutschland als lohnendes Ziel für Einbrüche entdeckt."

André Schulz ist der Vorsitzende vom Bund Deutscher Kriminalbeamter. Er erklärt, wie diese organisierte Kriminalität funktioniert: Die Banden suchen in ihren Heimatländern gezielt angehende Verbrecher mit dem Ziel, dass sie in Deutschland Straftaten begehen sollen. Sie werden nach Deutschland geschleust, beantragen zum Schein Asylanträge und begehen dann massiv Verbrechen. Tagsüber Ladendiebstähle, in der Nacht Wohnungseinbrüche. Alles straff organisiert von den Banden.

"Schützt euch, so weit es geht"

Den Köpfen hinter der Organisation auf die Schliche zu kommen, ist schwierig. "Für die Polizei sind es aufwändige und teure Verfahren über europäische Grenzen hinweg", sagt André Schulz. Spätestens wenn die Polizei Rechtshilfe in einem anderen Land beantragt, scheitern die Beamten.

Der Tipp des Polizisten: "Schützt euch, so weit es geht." Das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, sei immer noch ziemlich gering. Und wenn Fenster und Türen aufbruchsicher gemacht werden und die Einbrecher nicht in wenigen Minuten in die Wohnung eindringen können, würden sie in der Regel schnell aufgeben.