Abends allein durch den Park - und dann noch eine Unterführung. Den meisten wird dabei mulmig. Laut der Wissenschaft, ist die Wahrscheinlichkeit überfallen zu werden, sehr gering, die Angst davor aber sehr hoch.

Jeder Fünfte hat Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden. In einer Langzeitstudie des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften wurden 35.000 Menschen ab 16 Jahren in ganz Deutschland befragt. 17 Prozent fühlen sich in ihrer eigenen Wohngegend unsicher. Die meisten davon haben Angst vor einer Gewalt-Attacke oder dass bei ihnen eingebrochen wird. Weitere 14 Prozent fürchten sich vor sexueller Belästigung.

"Und all das immer vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Straftaten in Deutschland kontinuierlich sinkt."
Stephanie Gebert (DRadio Wissen) über die Kriminalitäts-Studie Viktimisierungssurvey 2012

Die Analyse der Studie Viktimisierungssurvey 2012 zeigt deutlich, dass Frauen sich unsicherer fühlen, obwohl sie ein geringeres Risiko haben als Männer, Opfer von Straftaten zu werden. Davor, überfallen zu werden, fürchten sich doppelt so viele Frauen. Das erklären die Forscher mit dem Kriminalitätfurcht-Paradox. Demnach fühlt sich derjenige unsicher, der sich selbst als verletzbar oder physisch unterlegen einschätzt.

Sozialer Status entscheidet über Angst vor Kriminalität

Ein interessanter Punkt, den die Forscher herausgearbeitet haben ist, dass der soziale Status ein wichtiger Faktor ist, ob jemand sich vor Kriminalität fürchtet oder nicht. Wer also viel Geld verdient und einen höheren Bildungsabschluss hat, fühlt sich weniger unsicher. Bei Leuten, die nur ein geringes Einkommen und einen niedrigen Bildungsabschluss haben, ist die Unsicherheit höher.

Und noch eine weitere Zahl überrascht: Wer körperlich angegriffen wurde, bei dem steigt das Risiko, wieder Opfer zu werden, in den folgenden zwölf Monaten um das Neunfache. Kritik hatten die Forscher auch. Und zwar an dem Alter der Studie. Die ist aus dem Jahr 2012. Neueres Material hatten sie nicht. Das ist in anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien besser. Regelmäßigere Befragungen zur Kriminalität wünschen sie sich auch hier.