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Das Mining von Kryptowährungen braucht viel Rechenkraft und damit viel Strom. Ethereum plant eine Umstellung des Mining-Verfahrens. Über 99 Prozent energiesparender soll es sein.

Die Kryptowährung Ethereum möchte noch in diesem Jahr eine ökologische Vorreiterrolle übernehmen. Ethereum ist nach Bitcoin momentan die wohl zweitwichtigste dieser digitalen Währungen. Beim Errechnen der Währungseinheiten werden große Energiemengen aufgewendet. Allein das Bitcoin-Netzwerk hat aktuell einen genauso großen CO2-Fußabdruck wie der gesamte Staat Portugal.

Das Projekt zum Energiesparen heißt Ethereum 2.0. Es beinhaltet, dass die technische Grundlage der Schürfmethode umgestellt wird. Das neue Verfahren soll 99,95 Prozent weniger Energie benötigen als das alte, hat die Ethereum Foundation vorgerechnet.

"Man steigt vom vom Proof-of-Work-Konzept auf das Proof-of-Stake-Verfahren um. Und das soll nun in diesem Jahr passieren."
Andi Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Passenderweise hat gerade der Investor und Finanzunternehmer Elon Musk den Bitcoinkurs mit Kritik an der Klimaschädlichkeit auf Talfahrt geschickt. Drei große chinesische Bankenverbände haben diesen Trend noch verstärkt, indem sie lautstark vor Kryptowährungen gewarnt und ihnen den Devisen-Status abgesprochen haben.

Unterschiedliche Mining-Methoden

Bei Kryptowährungen müssen alle Transaktionen verifiziert und dokumentiert werden. Andi Noll sagt: "Dazu wird nach der traditionellen Methode ein schwieriges mathematisches Problem vorgelegt, das ein Computer lösen müssen." Im Kryptowährungsnetz konkurrieren dann viele Computer um die Lösung und verbrauchen für das Rechnen viel Energie.

Am Ende ist bei diesem Mechanismus derjenige im Vorteil, der viel Rechenpower bereitstellt und so neue Coins generiert. Die entstehen nämlich bei der Lösung des mathematischen Problems als Belohnung. Die Transaktion ist damit bestätigt.

Weniger Konkurrenz, weniger Energieaufwand

Bei dem neuen Verfahren Proof of Stake gibt es keine energieintensive Konkurrenz der Computer um die Lösung der Rechenaufgabe mehr. Bei Proof of Stake wird ein Mitglied des Verbundes zufällig ausgewählt, das die Transaktionen bestätigen soll.

"Das passiert ähnlich wie bei der Lotterie, wobei derjenige im Vorteil ist, der schon viele Tokens besitzt, der sich also schon aktiv im Verbund engagiert."
Andi Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Neben Klimaschützenden dürften sich auch Gamerinnen und Gamer freuen, vermutet Andi Noll. Wegen des Runs auf das Schürfen von Kryptowährungen ist der Grafikkartenmarkt seit Monaten leergefegt. Die Umstellung auf Ethereum 2.0 könnte die Lage entspannen. Das Bitcoin-Mining lässt sich hingegen nicht auf das Proof-of-Stake-Verfahren umstellen, sagt Andi Noll. Das sei technisch nicht möglich.

"Die Umstellung auf Proof of Stake ist eine grundlegende technische Änderung, die im Bitcoins-Konzept nicht vorgesehen ist."
Andi Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter