Edward Snowden hat geheime Daten verschlüsselt verschickt. Dass das geht, hat er Werner Koch zu verdanken, einem Programmierer aus Deutschland. Er entwickelt seit 18 Jahren die entsprechende Software - und bekommt jetzt die nötige finanzielle Unterstützung durch die Crowd.

Ohne Werner Koch hätte es die Enthüllungen von Edward Snowden vielleicht nicht gegeben. Snowden hat 2013 nämlich der Dokumentarfilmerin Laura Poitras und dem Journalisten Glenn Greenwald in verschlüsselter Form Informationen zugespielt. Genauer gesagt, hat Snowden diese Informationen mit der Technik Gnu Privacy Guard (GnuPG) verschlüsselt. Weltweit kommt sie zum Einsatz, um E-Mails so zu versenden, dass sie mit größter Wahrscheinlichkeit tatsächlich nur der Empfänger lesen kann.

Weitermachen wegen Snowden

Werner Koch aus Erkrath bei Düsseldorf entwickelt GnuPG seit 18 Jahren quasi im Alleingang in seinem Keller-Büro. Die IT-Sicherheit-Interessierten sind von der Wichtigkeit überzeugt, E-Mails zu verschlüsseln. Denn nur so sind sie einigermaßen sicher und nicht wie eine Postkarte für jeden einsehbar. Obwohl der Nutzen von GnuPG, zumindest in einer bestimmten Szene unbestritten ist, bekommt Werner Koch für seine Arbeit wenig Geld.

Werner Koch sitzt auf einem Bürostuhl in seinem Büro.
© Monika Ahrens | DRadio Wissen
Werner Koch in seinem Büro

GnuPG ist eine freie Software, die jeder für sich kostenlos nutzen, verändern, weiterentwickeln darf und soll. Werner Koch ist überzeugt, dass das die richtige Strategie ist. Am Anfang verdient er damit auch Geld, indem er die Software bei Firmen installiert und betreut. Als die Wartungsverträge enden, wird es finanziell knapp. Im Jahr 2012 denkt Werner Koch darüber nach, seine Arbeit an der E-Mail-Verschlüsselung einzustellen. Doch dann kommt Edward Snowden.

"Hier hat das Telefon dauernd geklingelt. Und ich habe immer Mails bekommen. Wie wichtig das ist und dass unbedingt was gemacht werden muss. Und ich hatte halt die Hoffnung, dass da auch finanziell irgendwas passiert."
Werner Koch

Werner Koch startet eine Crowdfunding-Kampagne und sammelte 18.000 Euro. Ein Jahr später gehen, nach einer erneuten Spende, weitere 40.000 Euro ein. Das hilft, finanziert aber keine weitere jahrelange Arbeit an GnuPG.

Im Dezember 2014 trifft Werner Koch die Autorin Julia Angwin auf einem Hacker-Kongress in Hamburg. Angwin schreibt eine Geschichte, in der Werner Koch der Typ ist, ohne dessen Einsatz Edward Snowden und andere Kämpfer für das Gute aufgeschmissen wären. Sie macht deutlich, dass dieser tolle Mann große finanzielle Probleme hat. Und dieser Artikel ändert alles.

Es gehen 200.000 Euro Spenden sein. Es scheint so, als wollen auf einmal wollen ihm alle Werner Koch ihr Geld geben: Die Linux-Foundation überweist 60.000 Dollar. Facebook und ein Kreditkartenunternehmen möchten ihn mit jeweils 50.000 Dollar pro Jahr unterstützen.