Japan will es. Russland will es. Indien will es. Und eine Burger-Kette auch: Eine eigene Kryptowährung. Sogar der Internationale Währungsfond fordert: Wir sollten diese Cyber-Coins ernst nehmen. Machen wir und sagen euch, wie ihr eure eigene Cyberwährung macht.

Unser Netzreporter Michael Gessat hat das Cyber-Münzen-machen ausprobiert und erst mal an sich selbst gedacht: Er hat den GessCoin gegründet. Dabei hat Michael festgestellt: So unkompliziert, wie das in einem Artikel bei Techcrunch über das Start-up CoinLaunch und deren Tool CoinCreator stand, war das dann doch nicht. 

Trotzdem ist die Sache mit der Unterstützung von CoinCreater einfacher als ein Cyberwährungs-Launch in Eigenregie. Dazu hätte Michael mindestens ein Team von Programmierern gebraucht. So eine Währungsgründung nennt man ICO, Abkürzung für „Initial Coin Offer“ , zu deutsch Münz-Erstangebot.

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"Ich hab jetzt die neue Währung GessCoin gegründet, mit dem schönen Symbol G€$. Meine ICO ist aber noch nicht ganz abgeschlossen, mit dem reich werden dauert das also noch."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Eine ICO hat gewisse Ähnlichkeiten zu einem Crowdfunding: Du möchtest im Netz von vielen Leuten Geld einsammeln und bietest dafür auch irgendwas, zumindest ein Versprechen oder eine Hoffnung. Aber eigentlich ist eine Aktienemission der noch bessere Vergleich – weil die Unterstützer Anteile an deiner Kryptowährung oder deiner dahintersteckenden Idee erwerben und diese Anteile auch handeln können. Und sobald das passiert, an einer Cyberwährungsbörse, haben die Coins dann auch einen Wechselkurs, einen Umtauschwert. 

Und wie kommen andere an meine neue Cyberwährung?

Die müsstet ihr mit einer anderen Cyberwährung kaufen, mit Ether
oder Bitcoins zum Beispiel. Und dann würde die Plattform CoinLaunch für ihre Dienstleistung eine kleine Provision abzwacken – je nach Höhe der Transaktion zwischen 4 und 10 Prozent. Verglichen mit den Gebühren bei populären Crowdfunding-Plattformen, dann ist das bei kleineren Summen nicht besonders günstig.

"Wegen des Risikos würde ich bei kleinen Projekten beim Crowdfunding bleiben, wenn es ums Geldsammeln geht. Aber eine eigene Währung hat einen tollen Marketing-Faktor."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Ist das eigentlich legal, eine eigene Währung herauszugeben?

Das ist eine schwierige Frage, denn es ist ziemlich unklar, als was die jeweiligen Behörden die ganze Konstruktion im Zweifelsfall überhaupt einschätzen würden. Logisch ist, dass ihr Ärger bekommt, wenn tausend Leute Kohle eingezahlt haben und das Ganze schief geht - zum Beispiel durch einen Hack. China und Thailand, wo Cyberwährungen sehr beliebt sind, haben neue ICOs vor Kurzem verboten.

"Bei vielen Währungsneugründungen ist von vornherein nur Abzocke geplant. Mein Gesscoin ist natürlich völlig seriös, grins!"
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova