Unser Kühlschrank braucht Strom. Natürlich braucht er den, sehr viel sogar. Das Start-up Coolar hat ein Modell entwickelt, das ohne Strom auskommt und noch nicht mal Kühlmittel braucht.

Im Kühlschrank des jungen Start-ups Coolar sind keine giftigen Kühlflüssigkeiten verbaut. Er arbeitet mit einer Technologie, die komplett auf Wasserbasis funktioniert. Dabei verdampft destilliertes Wasser in einem Vakuumsystem. Zum Übertragen der Wärme wird auch Wasser benutzt. Und weil es keine Pumpen gibt, benötigt das Gerät auch kein Schmiermittel oder Ähnliches. Klingt alles richtig gut.

"Wir verwenden aus Nachhaltigkeitsgründen Wasser als Kältemittel. Deshalb kommen wir nicht auf Gefrierschrankniveau."

Weil die Idee wirklich vielversprechend ist, ist das Projekt Coolar in der Finalrunde des weltweiten Gründungswettbewerbs The Venture. Julia Römer von Coolar hat die Idee entwickelt. Sie hat sich bereits während ihres Ingenieursstudiums immer sehr für nachhaltige Technologien interessiert. Bei einer Firma für industrielle Kühlaggregate hat sie die heutige Coolar-Technologie kennengelernt.

Erstmal kein Kühlschrank für die WG-Küche

Der Kühlschrank funktioniert mit der sogenannten Adsorptionstechnologie. Das nötige Warmwasser zum Betrieb wird dabei durch die Sonne erzeugt. 60 bis 70 Grad reichen aus. Dann funktioniert der Kühlschrank unabhängig vom Stromnetz - nur durch die Wärme der Sonne.

"Eine rein industrielle Nutzung dieser supernachhaltigen wasserbasierten Kühltechnologie war viel zu schade."

Der Kühlschrank sieht aus wie ein ganz normaler Kühlschrank. Es steckt nur andere Technik hinten drin. Vorerst wird er aber nicht in der WG-Küche Einzug halten. Gehen würde es bestimmt, erklärt Christoph Göller, doch der Fokus des Projekts liegt erst mal wo anders. "1,2 Milliarden Menschen auf der Welt haben gar keinen Stromzugang - noch mehr einen nur sehr unzuverlässigen", erklärt er. Gerade im medizinischen Bereich ist Kühlung dann ein riesen Problem. Impfstoffe und Medikamente können in den betroffenen Gebieten nicht kühl gelagert werden. Deshalb soll Coolar erst mal dort zum Einsatz kommen.