Jahrelang gab es Vermutungen, dass in der niederländischen Samenbank etwas nicht stimmt. Jetzt kam heraus, dass mindestens 19 Kinder vom ehemaligen Direktor abstammen, weil er den Frauen sein eigenes Sperma gegeben hat. 

Jan Karbaat war jahrzehntelang Direktor einer angesehenen Kinderwunschklinik. Ein DNA-Abgleich zeigt nun, dass mindestens 19 Kinder von ihm abstammen, was einen lange gehegten Verdacht einiger Frauen bestätigt: Die Samen für die künstliche Befruchtung stammten nicht von einem anonymen Spender, sondern von ihm selbst. 

Die Mütter hatten die Ähnlichkeit ihrer Kindern zu Jan Karbaat festgestellt und wurden skeptisch. 

"Manche Abläufe kamen den Müttern komisch vor. Zum Beispiel, dass der Arzt Karbaat während der Behandlung aus dem Zimmer ging, um 'frisches Sperma' aus dem Nebenraum zu holen."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk Nova

Jan Karbaat selbst ist inzwischen verstorben. Aber eine wahrscheinliche Tochter von ihm hat ihn einmal getroffen und ihn nach seinen Motiven gefragt. Ihr gegenüber sagte er, dass er davon ausgeht, 60 Kinder gezeugt zu haben. 

"Er fand, die Welt könne durch seine Gene nur besser werden, so gesund und intelligent, wie er sei."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk Nova über die Motivation des Samenspenders

Die Geschichte geht gerade durch die niederländischen Medien. Es ist gut möglich, dass sich noch weitere Kinder melden, die mögliche Nachfahren von Jan Karbaat sind. Eine Mutter sagte in einem Zeitungsinterview, dass es sich im Nachhinein anfühle, wie eine Vergewaltigung.