Wir küssen aus Liebe und Zuneigung. Aber was passiert eigentlich beim Küssen mit unserem Körper? Und wie leicht können sich Viren übertragen?

Im Laufe unseres Lebens küssen wir durchschnittlich 100.000-mal die Lippen anderer Menschen. Mit einem Kuss drücken wir Liebe, Sinnlichkeit und Geborgenheit aus. Und noch mehr: Wenn sich die Lippen zum ersten Mal berühren, dann vergessen wir gerne mal Zeit und Raum. Aber wie kommt das eigentlich?

Beim Küssen werden Botenstoffe ins Gehirn geleitet. Wir werden von Endorphinen überflutet und unsere Nervenzellen angeregt, erklärt Jan-Christoffer Lüers, stellvertretender Direktor der HNO-Klinik an der Uniklinik Köln.

"Dann gibt es einen regelrechten körpereigenen Drogencocktail."
Jan-Christoffer Lüers, stellvertretender Direktor der HNO-Klinik an der Uniklinik Köln

Beim Küssen wird der ganze Körper in einen positiven Stress versetzt. Dabei wird das Stresshormon Cortisol gebremst. Laut Jan-Christoffer Lüers ist Küssen für jeden zwischenmenschlichen Kontakt wichtig. Während Corona rät der Experte jedoch zur Vorsicht.

Denn wie andere Viren und Bakterien, kann Covid-19 bei einem Kuss leicht übertragen werden. Die Ansteckungsgefahr beim Küssen einer mit dem Coronavirus erkrankten Person sei sehr groß.

Aber kann das Austauschen von Keimen unabhängig von Corona auch etwas Gutes haben? Wenn wir Keime miteinander austauschen, bewirken wir zumindest Immuntraining, so Jan-Christoffer Lüers. So könnten sich durch die Keime Abwehrzellen bilden.

"Das ist eine Art Impfung für den Körper."
Jan-Christoffer Lüers, stellvertretender Direktor der HNO-Klinik an der Uniklinik Köln

Doch der Speichel kann auch gesundheitsgefährdende Viren mit sich bringen. Vor allem dann, wenn wir die andere Person nicht gut kennen. Vergleichbar ist das etwa mit der Übertragung von Herpes oder einer Erkältung. Das Küssen mit dem Partner bleibt hingegen wichtig: "In der partnerschaftlichen, häuslichen Gemeinschaft ist körperlicher Kontakt und Küssen auch in der jetzigen Zeit natürlich ganz wichtig."

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