Kupferklau ist ein lukratives Geschäft. Organisierte Banden klauen ganze LKW-Ladungen. Am besten werden sie das Zeug in China los.

Da kommt die Bahn nicht, weil das Kabel fehlt. Diebe haben das gestohlen, weil sich das Kupfer darin verkaufen lässt. Kann man sich nicht ausdenken - ist aber wahr. In Köln zuletzt so im Juli passiert. Wer sich jetzt aber denkt: Ach, wenn sich damit so viel Kohle machen lässt... Stopp! So wertvoll ist Kupfer nun auch wieder nicht: Für 30 Kilo Kupfer bekommt ihr 200 Euro.

Kupfer ist ein Wohlstands-Metall

Kupferklau lohnt sich also eher im großen Stil. Da müsstet ihr euch schon organisierten Banden anschließen, um wirklich Geld damit zu machen. Die stehlen ganze LKW Ladungen und bekommen pro Tonne 6000 Euro - bei einem 40 Tonner lohnt sich das dann also schon. Das Metall ist so wertvoll, weil es unter anderem in der Elektromobilität wichtig ist.

"Kupfer ist schlichtweg der beste Leiter für Strom. Und wir brauchen immer mehr Energie und Strom."
Ralf Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Metallhändler

Michaela Hessling von Aurubis - dem größten Kupferproduzenten Europas - nennt Kupfer sogar Wohlstands-Metall. Das bedeutet: Mit steigendem Wohlstand steigt auch im Land der Einsatz von Kupfer. 

"Die Leute wollen Autos, Klimaanlagen, Handys, Computer - insofern hat die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes Einfluss auf den Kupferpreis."
​Michaela Hessling vom größten Kupferproduzenten Europas, Aurubis

Wer so einen 40 Tonner voll Kupfer erfolgreich geklaut hat, der muss in der Folge aber auch gut vernetzt sein - am besten in Richtung China. Da geht derzeit die Hälfte des Kupfers weltweit hin, heißt: Der Bedarf ist groß. Schwarzmarkt-Kupfer wird nach China verkauft. Hierzulande geht das nicht mehr so gut. Das liegt daran, dass die mit Kupfer handelnden Unternehmen sich untereinander absprechen.

DB markiert Kupfer mit künstlicher DNA

Das Kupfer wird inzwischen immer häufiger mit einer Art künstlichen DNA markiert. Die Deutsche Bahn macht das zum Beispiel.

Ein Gerät scannt ein Kupferkabel.
© dpa
So sieht es aus, wenn man an einem mit künstlicher DNA versehenen Kupferkabel den Code sichtbar macht.
"Die künstliche DNA ist unter speziellen UV-Lampen sichtbar. Sie verrät, auf welcher Strecke die Kabel geklaut worden."
Simone Schlosser, Deutschlandfunk Nova

Zwar ist die Zahl der Kupferdiebstähle zuletzt wieder gesunken - auf etwa eine LKW Ladung im Monat. Branchenexperten rechnen aber damit, dass es wieder mehr werden wird. Anlass für die Annahme sind positive Konjunkturdaten und eine steigende Nachfrage in der Industrie. Außerdem ist der Kupferabbau etwas zurückgegangen.