Vor zehn Jahren hat der dänische Karikaturist Kurt Westergaard mit seiner Mohammed-Karikatur weltweit für Proteste gesorgt. Bis heute lebt er unter Polizeischutz.

Die Karikatur in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten zeigte den Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban. Es folgten heftige Proteste, die dänische Flagge wurde verbrannt und Kurt Westergaard massiv bedroht. Zwei Anschlagsversuchen ist der Karikaturist nur knapp entkommen. Angst hat er trotzdem nicht, sagt er:

"Also ich habe mehr Wut. Und das ist ein sehr positives Gefühl, so als ob man zurückschlägt."
Karikaturist Kurt Westergaard

Kurt Westergaard steht generell allen Religionen sehr kritisch gegenüber - seine Mohammed-Karikatur wurde nicht nur von Muslimen kritisiert. Auch sein dänischer Kollege Lars Refn fand die Zeichnung mehr als ungeschickt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Jyllands-Posten als ziemlich rechte Zeitung gilt.

"Ich habe einen Schuljungen namens Mohammed gezeichnet. Und er hatte an die Tafel geschrieben: Die Redakteure von Jyllands-Posten sind ein Haufen rechter Provokateure. Das habe ich in Farsi geschrieben, aber mit arabischen Buchstaben."
Karikaturist Lars Refn hat gelacht, als die Jyllands-Posten seine Karikatur druckt

Obwohl sich die Karikatur von Lars Refn gar nicht über Mohammed, sondern über die Jyllands-Posten lustig macht, hat er als einer der ersten Morddrohungen bekommen. Im Gegensatz zu Kurt Westergaard, der bis heute zu seinem eigenen Schutz streng bewacht wird, kann er aber wieder normal leben.

Am 30. September 2005 veröffentlicht die dänische Zeitung Jyllands-Posten zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed. Monate später eskaliert die Gewalt: Hunderttausende wütende Muslime gehen weltweit auf die Straße, dänische Fahnen brennen, die Zeichner werden mit dem Tod bedroht. Jana Sinram ist nach Dänemark gereist.

Mehr zum Thema Mohammed-Karikaturen