Die Gesundheitsminister der Länder haben sich schon dafür ausgesprochen: PCR-Tests sollen priorisiert werden. Das heißt, diese Tests soll es nur noch für bestimmte Gruppen geben. Alle anderen sollen auf Schnelltests setzen.

Heute (24. Januar) kommen Bund und Länder zum nächsten Corona-Gipfel zusammen. Dabei wird es auch um die Priorisierung bei PCR-Tests gehen.

Das heißt, diese Tests sollen beschränkt werden auf Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen oder auch Pflegeeinrichtungen. Ebenso auf Hochrisikopatientinnen und -patienten und auf Personen, die ein Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf haben.

PCR-Tests zum Beispiel für Personal im Krankenhaus

Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori rechnet damit, dass diese Priorisierung kommt. Und dass dann für Personen, die nicht zu den Prio-Gruppen zählen, ein Schnelltest im Testzentrum ausreicht. Zum Beispiel, wenn die Corona-Warn-App ein erhöhtes Risiko anzeigt. Oder auch Nachtestungen könnten per Schnelltest möglich werden. Aber wie die Priorisierung genau umgesetzt wird, das muss der Corona-Gipfel zeigen.

"Die Mehrheit muss jetzt auf Schnelltests umsatteln. Wir bleiben ja dabei, dass wir das Virus nicht völlig laufen lassen."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Eine solche Priorisierung hält die Wissenschaftsjournalistin für nötig, um die Labore zu entlasten. "Bei den PCR-Tests ist das Limit fast erreicht, das man pro Tag und pro Woche in Laboren machen kann." Eine zügige Auswertung sei aber weiterhin wichtig, auch um sich aus der Quarantäne freitesten zu lassen.

"Man kann nicht mehr so eine absolute Sicherheit einfordern wie bei der Delta-Variante."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Denn wenn nun immer mehr Personen in Quarantäne sitzen, dann bestehe das Risiko, dass die Infrastruktur zusammenbricht. Deshalb unterstützt Christine Sartori, dass nun pragmatische Lösungen bei den Tests gesucht werden. Und wir weiterhin auf Maske, Kontaktreduzierung und Abstand setzen.

PCR-Test sind genauer, aber aufwendiger

Es ist aber dennoch so, dass PCR-Tests genauer sind als Schnelltests. Aber die Auswertung erfolgt eben in einem Labor. Schnelltests hingegen gehen schneller, eben weil sie nicht ins Labor gehen. Dafür sind sie aber ungenauer. "Schnelltests werden erst positiv, wenn man richtig viele Viren in der Nase hat", sagt Christina Sartori.

Ein weiteres Problem ist, dass es mittlerweile Hunderte von Schnelltests gibt. Die sind – egal, ob ihr sie zu Hause oder in einem Testzentrum macht – unterschiedlich gut. "Man kann sich auf das Ergebnis nicht hundertprozentig verlassen", sagt Christina Sartori.

Die App Schnelltesttest kann helfen

Das Paul-Ehrlich-Institut hat eine Reihe von Schnelltests überprüft. Die Ergebnisse wurden als Liste auf der Webseite des Instituts veröffentlicht. Aber die Liste sei nicht sonderlich anwenderfreundlich, so Christina Sartori.

Helfen kann dafür die neue App Schnelltesttest. "Die haben ein paar Tüftler ehrenamtlich gebaut", sagt die Wissenschaftsjournalistin. Die sei noch nicht perfekt, aber wenn sie komplett fertig sei, dann wohl anwenderfreundlich als die Liste vom Paul-Ehrlich-Institut. Mit der App lassen sich die Barcodes auf den Verpackungen der Schnelltests scannen und man bekommt direkt angezeigt, wie zuverlässig der jeweilige Schnelltest ist. Die App nutzt die Daten des Paul-Ehrlich-Instituts.