Ladendiebstahl kostet die deutsche Wirtschaft richtig Asche. Kunden, eigene Mitarbeiter und Lieferanten haben 2016 Waren für 3,4 Milliarden Euro geklaut. Wir haben uns angeguckt, wer da was mitgehen lässt.

Obwohl bundesweit mittlerweile 15.000 Ladendetektive und Sicherheitsleute in den Läden unterwegs sind, geht der Schaden durch Ladendiebstähle nicht zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kölner EHI Handelsforschungsinstitut. Daran hatten sich 100 Firmen mit 23.500 Filialen beteiligt.

Gelegenheitsdiebe und Profis schlagen zu

Es fängt an mit Kunden, die vermeintlich aus Versehen vergessen, an der Kasse etwas aufs Band zu legen. Oder bei dem Weinkarton aus dem Angebot kommen ihnen versehentlich zwei teure Flaschen dazwischen. Bei Waren zum Abwiegen, wiegen manche Kunden erst und packen dann noch etwas zusätzlich rein. Was dem Handel aber wirklich Sorge macht, das sind die Fälle, wo organisiert geklaut wird. 

"Im letzten Jahr hatten wir stark mit Auftragsdiebstählen zu kämpfen. Es gibt Banden, die mit Navigationssystemen ausgestattet sind, wo sie was klauen sollen.“
Frank Horst, Supermarkt-Geschäftsführer

Ein typischer Dieb zockt Waren im Wert von 80 Euro. Wenn aber Banden zuschlagen, steigt der Schaden schnell auf bis zu 2000 Euro pro Fall. Diese schweren Diebstähle, bei denen Vitrinen aufgebrochen oder Sicherheitsetiketten entfernt werden, haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. 

"Besonders beliebt bei Dieben ist alles, was klein, teuer und leicht zu verkaufen ist: Parfüm, Kosmetik, Alkohol, Konsolen-Spiele, Smartphones und Markenkleidung."
Jörg Marksteiner, Wirtschaftsjournalist

Die Geschäfte rüsten mit Sicherheitstechnik auf. 1,3 Milliarden Euro gibt der deutsche Handel jedes Jahr für Technik und Sicherheitsleute aus. Trotzdem werden 26 Millionen Diebstähle gar nicht erst entdeckt, schätzen die Experten in der EHI-Studie. Sie beobachten einen Verschiebungseffekt: Rüstet ein Laden mit Kameras und Wachleuten auf, weichen die Diebe auf die Nachbarläden aus. 

Betrügereien schaden allen

Auf dem finanziellen Schaden bleiben die Händler in der Regel sitzen. Anders als bei Einbrüchen sind sie gegen Ladendiebstahl in der Regel nicht versichert. Das geht auch zu Lasten der ehrlichen Kunden - solche Verluste werden nämlich in die Verkaufspreise einkalkuliert.