Am Tag des Lächelns werden die schönen Seiten des Lächelns propagiert. Für manche Menschen wäre es dagegen gesünder, nicht ständig gute Laune zeigen zu müssen.

Lächeln ist eine universelle Sprache, die auf der ganzen Welt funktioniert. Wenn wir mit einem Lächeln empfangen werden, wissen wir, dass wir willkommen sind. Lächeln ist gesellschaftlich gewünscht, und es gibt sogar eine Organisation, die sich der professionellen Förderung des Lächelns widmet.

Die Harvey Ball World Smile Foundation, benannt nach Harvey Ball, der den Smiley entwickelt hat, hat vor einigen Jahren den Tag des Lächelns ins Leben gerufen – und zwar jeweils am ersten Freitag im Oktober. Dieses Jahr ist das der 4. Oktober.

Trainingseinheit Lächeln

Gründe gegen das Lächeln lassen sich schwer finden. Allerdings gibt es in manchen Berufen auch einen Zwang zum Lächeln, und dann ist es schon nicht mehr so einfach, das Lächeln gut zu finden. Flugbegleiter, Rezeptionistinnen, Kellner, Messehostessen – es gibt diverse Beispiele für Berufe, wo Lächeln zur Daueraufgabe gehört. In manchen Branchen gibt es sogar Trainingseinheiten, in denen das Lächeln geübt wird.

Depressionen und Burnout

"Bitte lächeln", propagiert der Tag des Lächelns. Manche Berufs-Lächler würden vermutlich am liebsten genau das Gegenteil hören: Heute mal nicht lächeln, heute darfst du deine wahren Emotionen zeigen.

Gesünder wäre das, zeigen verschiedene Studien. Denn in extremen Fällen kann das erzwungene Dauerlächeln sogar zu Depressionen, Burnout und Herzkreislauf-Erkrankungen führen. Problematisch kann es vor allem dann werden, wenn Menschen über einen langen Zeitraum nach außen eine andere Emotion zeigen als sie wirklich empfinden. "Surface Acting" wird das auch genannt: Schlechte Laune haben, trotzdem lächeln.

"Ich versuche von innen heraus meine Emotionen zu verändern, und dann zieht meine Körpersprache automatisch nach."
Dirk Eilert, Mimik-Experte

Eine andere Strategie ist das "Deep Acting", bei der die echten Gefühlte nicht versteckt, sondern im besten Fall tatsächlich verändert werden. Wer also schlechte Laune hat, kann versuchen sie durch Gedanken zum Beispiel an den bevorstehenden Urlaub ins Positive zu verändern. Klappt das, fällt auch das Lächeln leichter, und die Diskrepanz zwischen echter und gezeigter Gefühlswelt ist nicht mehr so groß.

Eine Alternative zum Deep Acting wäre: Unternehmen könnten sich selbst fragen, wie sie die Belastung durchs Dauerlächen verringern können. Sie könnten das Arbeitsumfeld zum Beispiel so gestalten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirklich gut gelaunt sind und auf natürliche Weise lächeln. Davon abgesehen müssten die Kunden auch nicht standardmäßig ein Lächeln erwarten. Schließlich ist jeder mal schlecht drauf, und nicht alle haben das Glück, in ihrem Beruf durchweg zufrieden zu sein.

"Je natürlicher, je authentischer Mitarbeiter sich verhalten dürfen, desto weniger belastet fühlen sie sich. Und desto geringer ist ihre Kündigungsabsicht."