Afghanistan bleibt unsicher. Gewalt bestimmt den Alltag der afghanischen Zivilisten und macht viele von ihnen zu Flüchtlingen - im eigenen Land.

In ganz Afghanistan wird täglich gekämpft. Wir haben mit unserem Korrespondenten Jürgen Webermann über die Lage in dem Land gesprochen. Er sagt:

Im Moment konzentrieren sich die Auseinandersetzungen insbesondere auf den Westen des Landes. Dort, in der Provinz Farah, belagern Taliban die gleichnamige Provinzhauptstadt.

Ein Land versinkt in der Gewalt

Auch aus Südafghanistan, Ostafghanistan und Nordafghanistan werden täglich bewaffnete Auseinandersetzungen bis hin zu schweren Kämpfen gemeldet. Kleinere Anschläge mit Haftbomben oder Geiselnahmen kommen noch hinzu.

Bilanz des Schreckens im Jahr 2017

Die prekäre Sicherheitslage ist eine der Ursachen für beachtliche Fluchtbewegungen innerhalb des Landes. Die Vereinten Nationen sprechen aktuell von 30.000 Afghanen, die bereits in 2018 ihre Heimatorte und Heimatregionen verlassen mussten. Im Jahr 2017 gab es insgesamt 450.000 Kriegsflüchtlinge. 2016 waren 600.000 Afghanen auf der Flucht.

Zuletzt nahm die Zahl der Opfer zu: 40.000 verwundete und getötete Zivilsten und Regierungstruppen waren es 2017 – bei eher vorsichtiger Schätzung.

"Ich habe Familien getroffen, die nur eine Plane als Dach haben und darunter einen Teppich. Die hocken wirklich im Staub."
Jürgen Webermann, Korrespondent in Neu Delhi

In Afghanistan gibt es keine sicheren Regionen, meint unser Korrespondent. Selbst die Provinzen, in denen weniger gekämpft wird, und in denen weniger Anschläge stattfinden, sind aufgrund ethnischer Spannungen instabil. Die Flüchtlinge kommen aus 30 von 34 Provinzen.

Auch wenn sich die Anschläge der Taliban, des IS und nicht identifizierter Akteure auf staatliche Stellen konzentrieren, nehmen die Angreifer eine hohe Zahl ziviler Opfer in Kauf. Das zeigte der Autobombenanschlag im Januar 2018 in der Nähe des Sidarat-Platzes in Kabul - in einem der belebtesten Viertel der Stadt.

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