Die Liebe trifft uns manchmal wie ein Schlag. Psychologen sagen: Schon am Anfang einer Liebesbeziehung können wir herausfinden, ob sie eine Zukunft hat. Worauf es dabei ankommt, haben Forschende der Universität Jena herausgefunden.

Wenn wir uns verlieben, wollen wir von einem möglichen Ende der Partnerschaft wohl eher nichts wissen. Oder vielleicht doch? Prognosen über das Beziehungsglück wären möglich, glaubt man Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Alberta (Kanada), die die Langlebigkeit von Paarbeziehungen untersucht haben.

Christine Finn ist Psychologin und hat sich mit dem Thema beschäftigt. Sie sagt, dass es einige Punkte gibt, anhand derer eingeschätzt werden kann, ob ein Paar eine gemeinsame Zukunft hat.

"Man kann schon anhand von bestimmten Merkmalen der Beziehung und Partner selbst eine Prognose starten, ob es eine Zukunft hat oder nicht."
Christine Finn, Psychologin

Für ihre Langzeitstudie haben die Forschenden mit fast 2000 Paaren gesprochen, die sowohl frisch als auch schon lange Zeit zusammen waren. Sie wurden immer wieder über einen Zeitraum von sieben Jahren befragt. Das Ergebnis: Es geht in Beziehungen immer um Bedürfnisse - beispielsweise den Wunsch nach Nähe oder aber auch nach Unabhängigkeit.

Es geht um Bedürfnisse und Gemeinsamkeiten

Neben der Zweisamkeit brauche die Partner auch einen Raum für eigene Unternehmungen und Freunde. Wichtig sei, dass beide dabei ähnlich ticken, meint die Psychologin. Getrennt hätten sich vor allem Paare mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

"Was wir auf jeden Fall zeigen konnten: Dass es wichtig ist, dass sich die Partner ähnlich sind. Wer viel mehr Nähe will als die Partnerin oder der Partner zum Beispiel, das waren die, die sich getrennt hatten."
Christine Finn, Psychologin

Ein weiterer wichtiger Punkt für das Funktionieren einer Beziehung sei die Zufriedenheit in der Partnerschaft oder auch die gemeinsame Zukunftsorientierung. Heißt: Wie sehr lasse ich mich auf die Beziehung ein und stehe dahinter? Man muss es wollen, damit es hält, sagt Christine Finn.

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Bisher gab es in der Psychologie vor allem zwei Modelle, die erklären, wie Beziehungen ablaufen. Das erste Modell geht davon aus, dass am Anfang alle gleich glücklich sind und erst später die Probleme kommen. Das zweite Modell beschreibt, dass jede Beziehung auf einem anderen Glücksniveau startet. Je schlechter die Ausgangssituation ist, desto eher werden sich die Paare auch trennen.

Das Glücksniveau halten

Doch ganz so einfach ist nicht, meint Christine Finn. Es sei eher eine Kombination aus beiden Modellen: Paare, die sich wahrscheinlich trennen, hätten von Anfang an mehr Probleme, die sich im Laufe der Zeit verschlimmern. Paare, die dagegen zusammenbleiben, hätten schon am Anfang weniger Probleme, sind glücklicher und würden es schaffen, ihr Glücksniveau relativ konstant zu halten.

Streit ist nicht prinzipiell schlecht

Das heißt aber nicht, dass Streit in stabilen Partnerschaften nicht vorkommt. Er muss auch nicht schlecht sein, sagt die Psychologin. Starke Paare hätten nur eine bessere Art und Weise, mit den Konflikten umzugehen und gelernt, dass sie Probleme überwinden können.

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Was sie über Paarbeziehungen herausgefunden hat, soll Paaren helfen, um "weiter zufrieden und glücklich in der Beziehung sein kann", sagt Christine Finn. Als eine Art Optimierungshandbuch sieht sie ihre Studie aber nicht.