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Armin Laschet und Markus Söder können sich weiterhin nicht einigen, wer für die Union als Kanzlerkandidat antreten soll. Dass Laschet nicht einfach nachgibt, könnte ihm Pluspunkte einbringen. Doch der anhaltende Machtkampf könnte der Union schaden, sagt Stephan Detjen aus dem Dlf-Hauptstadtstudio.

"Wir erleben jetzt das, was viele immer gesagt haben, die Armin Laschet kennen", sagt unser Korrespondent Stephan Detjen. Nämlich, dass der CDU-Parteivorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen nicht so leicht aufgibt, sondern durchaus Standvermögen hat. Auch nach einer langen Nacht und langen Gesprächen in Berlin zwischen den beiden möglichen Kanzlerkandidaten der Union, steht immer noch kein Ergebnis – und somit kein Kandidat fest.

Die Union in der Krise

Zuletzt hatten sich einige CDU-Ministerpräsidenten und auch die Junge Union hinter den bayerischen Kandidaten Markus Söder gestellt. Aber: Armin Laschet könne darauf setzen, dass er doch ausreichend Rückhalt in der CDU organisieren kann, wenn es hart auf hart kommt, so Dlf-Hauptstadtstudio-Korrespondent Stephan Detjen. Und zwar dann, wenn es zu einer Sondersitzung des CDU-Bundesvorstandes oder der CDU-Fraktion kommt, um über die Frage Armin Laschet oder Markus Söder zu entscheiden.

Falls bei solch einem Termin deutlich wird, dass die Kandidatur von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den eigenen Parteivorsitzenden schwer beschädigen und die CDU in eine gravierende Krise stürzen könnte, ist die Frage, ob die Entscheidung nicht doch für Armin Laschet ausfällt, so Stephan Detjen aus dem Dlf-Hauptstadtstudio.

Was will die Basis?

Doch bis die K-Frage entschieden ist, wird der Scherbenhaufen vermutlich noch größer werden. "Es ist wirklich schwer vorstellbar, wie diese Stimmung, die da jetzt entstanden ist, im Wahlkampf dann noch gedreht werden soll", sagt Stephan Detjen.

"Der Schaden ist enorm groß. Fakt ist: Die Union steckt in einer Situation, wie sie diese noch nicht erlebt hat."
Stephan Detjen, Dlf-Hauptstadtstudio

Im September steht die Bundestagswahl an. Und die Basis trägt entscheidend zum Wahlkampf bei. Die Parteianhänger kleben Plakate, verteilen Flugblätter und versuchen, Wähler und Wählerinnen zu überzeugen. Doch was die Basis wirklich will – Laschet oder Söder – ist nicht klar. Das gilt auch für Gremien der CDU-Partei: Wie ein finales Votum aussieht, steht nicht fest.

"Wir wissen schlichtweg nicht, wie die Mehrheitsverhältnisse in der Partei, in der Fraktion, in den verschiedenen Gremien wirklich sind, wenn es zum Schwur kommt."
Stephan Detjen, Dlf-Hauptstadtstudio

Zwar schadet der interne Machtkampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder der Union bislang anscheinend wenig, wenn man sich die Umfragen anschaut. Doch welche Auswirkungen die interne Krise langfristig hat, kann niemand voraussagen, so Stephan Detjen. Wie CDU und CSU aus diesem Machtkampf herausgehen, ist unklar.

"Ich habe manchmal den Eindruck: Das, was wir da erleben, ist möglicherweise der Anfang eines weiteren Niedergangs einer der großen Volksparteien in Deutschland."
Stephan Detjen, Dlf-Hauptstadtstudio

Es kann auch der Anfang vom Ende sein. In anderen europäischen Ländern konnte man sehen, wie große Volksparteien teils stark an Zuspruch und Bedeutung verloren haben. "Das ist natürlich auch eine Sorge, die man innerhalb der CDU im Augenblick hört", sagt Stephan Detjen.

Ob diese Sorge zur Bindekraft werden kann und die CDU wieder zusammenbringt, muss sich zeigen – bis die K-Frage geklärt ist und im Wahlkampf selbst.