Den richtigen Laufschuh zu finden, kann eine ziemliche Herausforderung sein. Ob mit dicker oder dünner Sohle, federnd, leicht, durchlässig - die Auswahl ist groß. Eine Studie hat nun aber herausgefunden, dass bei all den Unterschieden viele Laufschuhe wohl ein gemeinsames Problem haben: Die abgerundete Sohle vorne an den Zehen.

Laufschuhe sind so konzipiert, dass sie den Fuß während des Laufens unterstützen. Dafür haben viele Modelle eine Wölbung vorne an den Zehen, in Fachkreisen auch "Toe Spring" oder "Zehenfeder" genannt. Die hilft beim Abrollen, während wir joggen – und das ist womöglich ein Problem.

"Die Rundung am Anfang der Sohle schwächt möglicherweise den Fuß, weil die Muskeln so weniger arbeiten müssen."
Aglaia Dane, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten

Das haben Forschende der Universität Chemnitz und der Harvard-University in einer Studie herausgefunden. Dabei sollten 13 Teilnehmende in verschiedenen Variationen auf einem speziellen Laufband laufen - barfuß, mit speziell angefertigten Sandalen und mit unterschiedlicher Stärke, erzählt unsere Reporterin Aglaia Dane.

Das Ergebnis: Je stärker die Wölbung, desto weniger mussten die Muskeln arbeiten, um die Gelenke im Fuß und an den Zehen zu stabilisieren, die beteiligt sind, wenn wir uns vom Boden abstoßen.

"Menschen in Industrienationen laufen pro Tag im Durchschnitt 4.000 bis 6.000 Schritte. Das beansprucht die Gelenke an den Zehen - noch mehr, wenn wir joggen."
Aglaia Dane, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten

Wenn die Muskeln weniger arbeiten, werden sie schwächer. Die Forschenden gehen davon aus, dass dadurch eine Gewebeplatte, die Plantarfaszie, stärker belastet wird und sich leichter entzünden kann. Das ist eine der häufigsten Fußprobleme, die Menschen haben: Plantarfaszitis - eine Reizung, die für ordentliche Schmerzen in der Sohle und in der Ferse sorgt.

Laufschuhe müssen nicht gleich in den Müll

Keine Sorge: Gewölbte Laufschuhe müssen deswegen nicht gleich in den Mülleimer wandern. Die Forschenden schreiben selbst, dass der Zusammenhang zwischen dieser Wölbung und Fußproblemen noch weiter untersucht werden muss - auch über einen längeren Zeitraum hinweg.

Dabei müssen auch weitere Faktoren beachtet werden, zum Beispiel, wie dick oder hart die Sohle ist und ob es eine Dämpfung gibt.

Öfter mal barfuß laufen

Um die Muskeln zu stärken, lohnt es sich aber, öfter mal barfuß zu laufen. Das ist gerade beim Joggen in der Stadt natürlich schlecht umzusetzen. Barfuß-Schuhe könnten helfen, aber auch dazu wurde bisher wenig geforscht, meint Freddy Sichting, einer der Herausgeber der Studie.

Er selbst nutzt verschiedene Arten von Laufschuhen - darunter auch Barfuß-Schuhe. Denn, evolutionär gesehen hat sich unser Laufen über Millionen Jahre hinweg natürlich barfuß entwickelt. Dafür sind unsere Füße gemacht.