Immer nur Ärger mit dem Vermieter? Macht es wie Leonie Müller und kündigt euren Mietvertrag. Über das Leben im Schnellzug.

Heute vor 25 Jahren war ein großer Tag: Der erste ICE fuhr fahrplanmäßig ab. Seitdem ist viel passiert: Die Schnellzüge haben uns nach Hause gebracht, zu Mama, zu unseren Liebsten, zum Vorstellungsgespräch. Wir haben mitbekommen, dass unsere Sitznachbarn telefoniert haben, kennen jetzt ihre Lebensgeschichte und dass sie Leberwurstbrötchen zum Frühstück essen.

Leonie Müller kann noch mehr Geschichten aus dem ICE erzählen, als die meisten von uns. Weil sie sehr viel Zeit an Bord des Schnellzuges verbringt. Vielleicht sogar mehr, als die meisten Schaffner. Leonie hatte Stress mit ihrer Vermieterin in Stuttgart und traf eine Entscheidung: Bahncard 100 statt neuer Mietvertrag, ein Jahr lang freie Fahrt statt neuer Wohnung.

Bequem und leise

Leonie schätzt an ihrem Heim auf der Schiene, dass der ICE sehr schnell ist. Außerdem sind die ICE im Gegensatz zum Regionalexpress oder IC relativ bequem und leise. Besonders rührend findet sie die Pärchen, die sich am Bahnsteig im Tränen in den Augen verabschieden.

Ein Paar Profitipps von Leonie

  • Immer etwas zu Essen mitnehmen - vor allem Süßigkeiten
  • An die Fahrkarte denken
  • Und ganz wichtig: Immer eine zusätzliche Jacke oder Decke einpacken. Gerade im Sommer kann es empfindlich kalt an Bord werden kann - wenn die Klimaanlage
    funktionieren sollte.

Eine Besonderheit des Lebens im ICE: Leonie ist nie allein. Das Mittel ihrer Wahl: Kopfhörer mit Noise-Cancelling-Funktion. Es dringt dann also nicht jedes Geräusch der Sitznachbarn an Leonies Ohr.

"Ich finde das Bordrestaurant super!"
Leonie Müller, lebt im ICE

Ein großes Thema ist natürlich die Verpflegung an Bord. Auch wenn sie immer Süßigkeiten dabei hat, ist Leonie ein Fan des Bordrestaurants, selbst wenn es relativ teuer sei. Dabei werde oft vergessen, dass die Bahn mit der Verpflegung keinen Gewinn mache. Besonders begeistert ist Leonie, wenn es Pfannkuchen mit Kirchkompott gibt.

Selbst den sanitären Anlagen kann Leonie etwas abgewinnen. Im Sommer hat sie sich am ICE-Waschbecken sogar ab und zu die Haare gewaschen. Wobei man wissen muss: Waschbecken ist nicht gleich Waschbecken - je nach Baureihe des ICE unterscheiden sich die Bordtoiletten.

Bleibt die Frage nach der Lieblingsstrecke: Besonders begeistert ist Leonie von der Bahnlinie, die direkt am Rhein entlangführt. Wer den Ausblick auf Burgen und Weinberge genießt, kann dann auch verschmerzen, dass es etwas langsamer vorangeht. ICE dürfen auf der Postkartenstrecke nämlich nicht fahren.