Eben saß Petra Hinz noch als SPD-Abgeordnete im Bundestag, dann ist herausgekommen, dass sie ihren offiziellen Lebenslauf gefälscht hat. Mehr als dreist hat sie darin behauptet, sie habe Abitur, Jurastudium, abgeschlossenes Staatsexamen. Doch nichts davon stimmt, Petra Hinz hat Fachhochschulreife. Wir fragen Ute Bölke, Karrierecoach, was wir legal in unseren Lebenslauf schreiben können, damit er etwas besser klingt.

Karrierecoach Ute Bölke rät: Wer länger nach einem Job, einer neuen Stelle sucht, sollte nebenher aktiv werden: Ihr solltet euch fachlich auf dem Laufenden halten. Das könnte zum Beispiel passieren, indem ihr Messen, Vorträge und Fachtagungen besucht oder euch einfach an der Uni als Gasthörer und -hörerinnen einschreibt. Lücken im Lebenslauf sind heute allerdings auch nicht mehr so gravierend. Wichtig ist, dazu zu stehen und trotzdem aktiv zu bleiben.

Ehrlich währt am längsten

Wer nach dem Studium erstmal ein halbes Jahr aussetzt hat, um eine große Reise zu machen, um zu surfen, um die Welt zu entdecken, um zu entspannen und es sich einfach gut gehen zu lassen, sollte später nicht in den Lebenslauf schreiben, dass es eine Sprachreise oder ein Bildungsurlaub war. "So eine lange Sprachreise - das wird Ihnen niemand abkaufen!", sagt Ute Bölke. Sie rät stattdessen, zu dieser Reise zu stehen und es als genau das zu verkaufen, was es ist: ein idealer Cut nach dem Studium, ein Krafttanken bevor es ins Berufsleben geht.

"Den Lebenslauf, wo eine Station der nächsten die Hand gibt, haben wir nicht. Heutzutage gibt es durchaus mehr Freiheiten. Wichtig ist, die eigene Haltung, dass ich dazu stehe."
Ute Bölke, Karrierecoach

Um den Lebenslauf ein bisschen spannender zu gestalten, rät Ute Bölke uns, auf einem Deckblatt erst einmal ein paar unserer Kompetenzen aufzulisten. Berufserfahrungen, die wir bereits gesammelt haben: "So dass wir den Leser hier reinziehen in den Lebenslauf - wie in einen Krimi", sagt die Karriereberaterin. Wir sollen also die interessantesten Köder auslegen, um das Interesse der Personaler oder derjenigen, die unseren Lebenslauf in den Händen halten, sofort zu wecken.

Das Spiel mit der Chronologie

Wenn wir nach dem Studium bereits einige Zeit nach Arbeit suchen, also eine längere Lücke im Lebenslauf haben, sollten wir die einzelnen Stationen chronologisch auflisten. Wir beginnen also mit der Schule, dem abgeschlossenen Studium, dann folgen erste Jobs und Praktika. Die Lücke steht dann am Ende und bis der Leser oder die Leserin dort angekommen ist, haben wir vielleicht bereits mit anderen Punkten in unserer Vita für Aufmerksamkeit gesorgt.